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Neben dem
Heubündeltragen am Heiligen Abend zählt auch das bis etwa 1930
in Leeheim praktizierte Obstbaumbinden zu Silvester zum uralten
Volksbrauch. Diesen Brauch hat der Heimat- und Geschichtsverein
wieder aufleben lassen und pflegt ihn zusammen mit dem Obst- und
Gartenbauverein. So auch am kommenden Silvesternachmittag. Unter
dem Geläut der Kirchenglocken werden in der Obst- und
Versuchsanlage an der Erfelder Straße von 16.00 bis 16.30 Uhr
Strohseile um den Stamm der Obstbäume gelegt. Dazu wird
langfaseriges Roggenstroh zu etwa zwei Finger dicken Seilen
zusammengedreht. Wie viele noch heute bekannten und praktizierten
Bräuche ist vermutlich auch dieser heidnischen Ursprunges. Die
von Kindern und Erwachsenen in dieser halben Stunde unter
fachlicher Anleitung von Vorstandsmitgliedern mit Strohseilen
umwickelten Bäume sollten im darauf folgenden Jahr reichlich Obst
tragen. Nicht zu übersehen ist allerdings der praktisch Wert
dieses Brauches. Baumschädlinge nisten sich in diesen Strohseilen
ein und werden im Frühjahr mit dem Verbrennen des Seiles
vernichtet.
Bei dieser Aktion
kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Nach vollbrachter
Arbeit wird bei wärmenden Getränken noch das ein oder andere
Schwätzchen gehalten, ehe man sich mit den besten Wünschen für
einen guten Rutsch ins neue Jahr voneinander verabschiedet.
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