Kammerhof

Im Jahre 865 schenkte Kaiser Ludwig I. dem Kloster Lorsch 30 Morgen Land in der Villa Camben, die in einem alten Rheinbett gegenüber Oppenheim lag und später vom Rhein verschlungen wurde.

Es war die erste Benennung der Siedlung Camben oder Camba wie sie auch in späteren Aufzeichnungen hieß. Das Dorf wird 1024 wieder erwähnt, als sich die Fürsten des Deutschen Reiches nach dem Tode des Kaisers Heinrich II. zusammenfanden um einen neuen König und Kaiser zu wählen.

Der Adel des Reiches, unter Führung des Mainzer Erzbischofs Aribo, versammelte sich zur Wahl des höchsten Repräsentanten des Deutschen Reiches bei Camba, gegenüber Oppenheim, also in der heutigen Gemarkung Leeheim.

Sie wählten Konrad II. ein Sohn Heinrichs und Adelheid von Metz. Er war um 990 geboren. Nachdem sein Vater gestorben war und seine Mutter sich wieder verheiratet hatte kam er um 1000 in die Obhut des Erzbischofs von Worms.

Im Jahre 1017 heirate er Gisela von Schwaben, eine Tochter des Herzoges Hermann von Schwaben.

Gisela brachte aus ihrer vorhergehenden Ehe einen Sohn, Ernst von Schwaben, mit in die Ehe.

Die Krönung zum Deutschen König nahm Erzbischof Aribo von Mainz am 08.09.1024 vor. Die Krönung seiner Frau erfolgte am 21.09.1024 durch den Erzbischof Pilgrim in Köln.

Erst am 26.03.1027 erfolgte die Krönung von Konrad und Gisela durch den Pabst in Rom zum Deutschen Kaiser und Kaiserin.

Camba muss in der Zeit bis 1190 untergegangen sein. Es wird in all den Jahren nicht wieder erwähnt.

Jetzt wird von einem Hof zu Camben gesprochen aus dem im Lauf der Zeit der Kammerhof wurde.

1190 hat Werner von Bolanden den Hof zu Camben mit aller Gerichtsbarkeit zum Lehen erhalten.

1429 belehnt Eberhard von Hohenfels Grundstücke im Kämmerfeld, eine Flurbezeichnung unmittelbar beim Kammerhof gelegen.

1437 empfängt Philipp Betzer zu Gambsheim einen Teil des Kämmerfeldes.

1461 belehnt Eberhardt von Hohenfels Werner Fetzer zu Gambsheim mit der Hälfte an dem Kämmerfeld.

Weitere Belehungen finden an Burkhard von Nackenheim statt der seinen Anteil 1486 an Eberhardt von Fetzer verkauft. Dieser übernimmt in 1490 weitere Anteile am Kämmerfeld von Syfridt von Wachenheim

Lange Zeit finden sich keine Überlieferungen über das Schicksal des Kammerhofes und seiner Eigentümer bis 1784 die Familie von Weitolshausen, genannt Schrautenbach, das Lehen von Hessen erhielt. Demzufolge muss der Hof und die Ländereien sich damals im Besitze der Landesherrschaft befunden haben. 

In einem Verzeichnis wird der Besitz wie folgt beschrieben:

  1. An Gebäudlichkeiten
  1. 2. An Ländereien
  1. An Gefällen und Rechten

Der neue Eigentümer hatte den Hof nur ganz kurze Zeit in Bewirtschaftung. Er wurde an die Gemeinde Leeheim verpachtet. Auch dieses Eigentümer des Hofes wurde ein Herr Buchre aus Stockstadt, ein Pferdelieferant von Napoleon I.

Er verkaufte weiter an die Herren Krätzer und Kertel aus Mainz und Maria Joseph Trombetta aus Limburg.

Im Brandkataster der Gemeinde Leeheim wird in dieser Zeit Jakob Kätzer aus Mainz als Eigentümer nachgewiesen. Ihm folgte 1939 Frh. von Wambold Aschaffenburg, und dann die Gutsverwaltung Graf Görtz von Schlitz.

In anderen Unterlagen wird auch davon berichtet, dass Philipp Konrad Kopp aus Friedberg Eigentümer gewesen sei. Dies kann nur vorübergehend und nur kurz gewesen sein, denn eine Aufnahme in das Brandkataster ist unterblieben. 

Die Graf Görtz'sche Gutsverwaltung in Schlitz wird ab 1882 vertreten durch Karl Wilhelm Heinrich Graf Görtz von Schlitz und ab 1887 durch Emil Friedrich Franz Maximilian Graf Görtz von Schlitz. In späteren Benennungen ist jeweils die Graf Görtz'sche Gutsverwaltung aufgeführt.

Die Pächter wurden von der Gutsverwaltung des Grafen Görtz 1844 mit übernommen. Es waren Johannes Kalbfleisch, Adam Eberhardt und Peter Eberhardt, deren Pachtvertrag bis zum 21.Februar 1851 lief.

Vom 22. Februar 1851 bis zum 22. Februar 1860 war Johannes Kalbfleisch Alleinpächter. Im Jahre 1860 trat die Witwe des seitherigen Pächters Marie Dorothea Kalbfleisch geb. Heiser in das Pachtverhältnis ein. Sie behielt das Pachtrecht bis 1872 und gab es am 22. Februar 1872 Geschi_7.htmlan Ihren Sohn, Johannes Kalbfleisch ab. Er blieb Pächter bis 1879.

Die Pächter des Bensheimerhofes Heinrich und August Heyl, es waren Vettern, übernahmen am 22.2.1879 auch den Kammerhof. Als Heinrich Heyl verstarb trat seine Witwe für ihn in das Pachtverhältnis mit ein. Ihre Rechte gab sie, genau wie beim Bensheimerhof 1885 an den Schwiegervater von August Heyl, Ludwig Bechtel von Stockstadt, ab. Ab dem 22. Februar 1891 übernahm August Heyl beide Höfe allein in Bewirtschaftung.

Er führte das Pachtverhältnis bis zum Jahre 1906 weiter.

Durch die immer wieder eintretenden Rheinhochwässer wurden weite Bereiche der Ländereien des Kammerhofes von Überschwemmung- und Druckwasser beeinträchtigt. Die Ernten waren oft gefährdet und eine Rendite aus dem Pachtverhältnis in Frage gestellt. Oftmals musste zwei und dreimal gesät werden und nicht jedes Jahr war eine sichere Ernte selbstverständlich.

Dementsprechend waren auch die Pachtpreise festgesetzt. Der Pächter Kalbfleisch zahlte zu seiner Zeit nur 5.-- Mark Pacht für den Morgen Ackerland. Auch die Pächter Heyl haben für den Morgen Land bedeutend weniger bezahlt wie für Grundstücke die von Leeheimer Landwirten im übrigen Gemarkungsbereich im Pachtbesitz waren. Er zahlte zum Ende seiner Pachtzeit für alle Grundstücke 4.000.-- Mark jährlich.

Um die Jahrhundertwende war der Bedarf an Ackerland sehr groß. In Leeheim gab es sehr viele Kleinbetriebe die nicht immer ausreichend Einkünfte erbrachten um den Lebensunterhalt der Familien zu sichern. Auch in Handwerkskreisen gab es eine Wende. Mit der starken Industrialisierung wurden Fabrikerzeugnisse auf den Markt gebracht. Die Schuhmacher hatten vielfach nur noch Flickarbeiten vorzunehmen. Brauchte jemand ein Gerät für die Feldbestellung oder ein Möbelstück für die Wohnung oder gar ein Kleidungsstück so wurden nicht mehr die örtlichen Handwerker beauftragt. Man ging aus der Gemeinde in die Städte und kaufte das was man haben wollte.

Demzufolge haben auch diese Leute sich mehr der Landwirtschaft zugewendet um weiter leben zu können. Wo aber das erforderliche Land hernehmen? In bestehende Pachtverhältnisse wagte sich niemand einzugreifen.

Aus dieser Not haben der Schreiner Philipp Nies und der Schuhmacher Jakob Friedrich mit ihrem Berater Lehrer Rexroth in 1900 ein Gesuch an den Eigentümer des Kammerhofes gestellt mit dem Ziel den Kammerhof nach Ablauf des Pachtverhältnisses mit Herrn Heyl zu pachten. Sie schilderten die sozialen Verhältnisse in Leeheim und legten ihren Plan vor der beinhaltete die gesamten Flächen zu pachten. Sie sollten genossenschaftlich verwaltet und an Leeheimer Interessenten weiter gegeben werden, die sodann als Unterpächter die Bewirtschaftung vornehmen sollten. Sie boten der Gutsverwaltung 12.000.-- Mark Jahrespacht.

Der Plan der Dreiergruppe blieb natürlich nicht geheim. Nicht nur der Pächter Heyl, auch andere Leeheimer bekamen Kenntnis. Überall, doch besonders an den Stammtischen in den Wirtshäusern war "die Pachtung des Kammerhofes" Hauptthema. So wie heute waren hierbei die Spötter die Hautwortführer.

Schneller als erwartet erhielten die Antragsteller Antwort. Der Inhalt lies erkennen, dass die Eigentümer der Sache positiv zugetan und bereit waren, dem Ansinnen zu folgen. Sie forderten genaue Angaben über die genossenschaftliche Verwaltung und die gedachte Abwicklung. Auch damit waren sie einverstanden nur forderten sie, dass die Gemeinde Leeheim die Bürgschaft über die 12.000 Mark übernehmen müsse.

Die Verantwortlichen der Gemeinde standen der Sache nicht alle wohlwollend gegenüber. Es kann nicht festgestellt werden ob der Ortsvorstand einen Beschluss gefasst hat oder nicht. Der Landrat, dem der Antrag vorgelegt wurde, versagte seine Zustimmung zur Bürgschaftsübernahme und schlug der Gemeinde vor selbst als Pächter aufzutreten.

So wurde denn auch verfahren. Die Gemeinde führte die weiteren Verhandlungen und pachtete mit Vertrag vom 22.2.1906 die Ländereien des Hofes. Die Gedanken der Antragsteller wurden Wirklichkeit. Sie selbst aber waren nicht mehr beteiligt.

1923 wurde etwas vollzogen was um 1900 nicht möglich war. Die Landgenossenschaft Leeheim trat an Stelle der Gemeinde in das Pachtverhältnis ein und verwaltete ab diesem Zeitpunkt die Grundstücke und auch die Gebäude des Hofes. Die Genossenschaftliche Verwaltung war möglich so wie es die Antragsteller ursprünglich haben wollten.

Mit der Pachtung der Kammerhöfer Felder wurden viele Leeheimer Kleinbetriebe Vollerwerbslandwirte. Wohl waren es Pachtbetriebe doch in der Regel war der Lebensunterhalt für die Familien gesichert. Eine beispielhafte Sache um die die Leeheimer von anderen Orten beneidet wurden.

Die Gebäude wurden ebenfalls den Landwirten als Lagerräume verpachtet. In dem geräumigen Wohnhaus richtete der Kunstmaler Hermann Pfeifer aus Darmstadt eine freie Kunstmalerschule ein, die von Jugendlichen aus Frankfurt, Mainz und Darmstadt besucht wurde. Durch diese Verbindung wurde der Kammerhof in den umliegenden Städten bekannt und manche Wander- oder Jugendgruppe hat eine Wanderung mit dem Besuch des Kammerhofes verbunden.

Doch die Malschule war kein Objekt auf Dauer. Sie war nicht lohnend und musste eingehen. Was blieb waren schöne große Wandbilder die von den Schülern in allen Zimmern gemalt waren. Sie ersetzten Tapeten und andere Malereien.

1915 schlug bei einem Gewitter der Blitz in den großen Scheunentrakt ein. Er brannte bis auf die Grundmauern nieder und wurde nicht wieder aufgebaut.

Lange Zeit stand das Wohnhaus leer. Es wurde unbeaufsichtigt nicht besser und die Gemeinde als Pächter musste die vertragliche Unterhaltung der Gebäude sichern.

Ihr kam die Wohnungsnot nach dem 1. Weltkrieg zu gute. Die Familie Philipp Nold suchte Wohnung und zog 1921 zum Kammerhof. Räumlichkeiten waren genügend vorhanden. Zuvor hatte die Gemeinde die herunter gekommenen Gebäude renovieren lassen. 

Es war nicht einfach damals auf dem Kammerhof zu wohnen. Keine befestigte Straße führte dorthin. Es waren normale unbefestigte Feldwege die in der nassen Jahreszeit nur mit dem Pferde- oder Kuhgespann zu befahren waren. Der Fußweg zum Kammerhof, Plattenhof, Schusterwörth oder gar Oppenheim, führte von Leeheim den damaligen Feldweg (die heutige Schusterwörthstraße) entlang, der beim Ortsdamm in einen Gehweg überging. Diesen, es war im Sprachgebrauch der Leeheimer "der Fußpfadweg", ging es dem Dohlgraben entlang weiter bis zur "alten Weide" ein Flurstück am Kammerhöferweg. Im Uferbereich des Dohlgrabens führte der Gehweg weiter bis zum Hochwasserdamm. In der Höhe des Kammerhofes konnte man wieder über einen Fußweg zum Hof gelangen.

Der Gehweg war immer unterhalten. Schließlich mussten die Arbeiter die bei der Strommeisterei Schusterwörth oder der Wiesenmeisterei Plattenhof arbeiteten täglich diesen Weg nutzen. Bei nassem Wetter konnte man den Weg vom Ort bis zum Fußpfadweg nicht benutzen. Man musste den ganzen Ortsdamm bis zur Geinsheimer Straße laufen, wenn man ins Dorf, zum Kammerhof oder weiter kommen wollte.

Im Jahr 1922 wurde das Pachtverhältnis von der Landgenossenschaft Leeheim übernommen. Der Pachtvertrag vom 15.12.1922 war unterzeichnet von der Rentkammer der Gutsverwaltung des Grafen Görtz, von Bürgermeister Schaffner und Peter Hahn für die Gemeinde Leeheim und von Valentin Fähler II., Jakob Krätz II. Jakob Moldaner IV. Ernst Seipel, Heinrich Friedrich, Friedrich Daum und Heinrich Schwäch IV für die Landgenossenschaft Leeheim.

In dieser Zeit bildeten sich überall in Deutschland Wandervereine und Wanderclubs. Der Kammerhof war ein beliebtes Wanderziel zumal er Möglichkeiten zur Übernachtung bot was auch von vielen genutzt wurde. Die Frankfurter "Wandervögel" waren Jahrelang Gäste auf dem Kammerhof und pflegten ein gutes Verhältnis zu der Mieterfamilie Nold.

Für Ordnung sorgte die Familie Nold. Ihre Anordnungen mussten die Nutzer und auch die Mieter der Scheunen und Ställe befolgen.

Wanderschäfer nutzten gerne den Kammerhof beim Umtrieb der Tiere von der Sommer zur Winterweide für eine ein bis zweitätige Erholungspause. Die Tiere wurden im Hof eingesperrt sie konnten ruhen und auch die Schäfer waren für eine warme Unterkunft dankbar.

Um 1930 hatte sich ein freiwilliger Arbeitsdienst gebildet. Sein Ziel war es arbeitslosen jungen Männern eine Beschäftigung zu geben. Auf den Kammerhof nahm eine solche Gruppe von ca. 70 Personen Quartier. Sie wurden verpflegt und arbeiteten im Bereich des Plattenhofes und des Knoblochsauwaldes. Dort wurden stark verwachsene Gräben freigelegt ausgehoben sodass sie wieder ihre Funktionen erfüllen konnten.

Es war eine reine Arbeitsbeschaffung und eine Beschäftigungstherapie für die jungen Menschen. Sie hatten ihre Wohnung, bekamen ihr Essen, hatten Arbeit und ein kleines Entgelt für ein paar Zigaretten oder ein Glas Bier. Die Freizeitgestaltung kam in diesen Gruppen auch nicht zu kurz es wurde musiziert gesungen und Sport getrieben.

Sie benutzten das Vorderhaus des Hofes. Darin war im Untergeschoss eine Großküche, ein Waschraum, zwei Aufenthaltsräume und im Obergeschoss fünf große Zimmer und ein kleiner Saal als Schlafräume.

In den Jahren um 1935 wurden diese Räumlichkeiten von den nationalsozialistischen Jugendbewegung genutzt.

1936/1937 stand in der Leeheimer Gemarkung erneut eine Flurbereinigung an mit einem gleichzeitigen Siedlungsprogramm. Die Felder des Kammerhofes, die damals teilweise schon im Eigentum des Landes Hessen standen wurden an Landwirte zum Eigentum nach den siedlungsrechtlichen Bestimmungen gegeben. Die Leeheimer habe von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Das gesamte Kammerhöfer Gelände und 500 Morgen aus dem Bensheimerhof wurden versiedelt. Aus Pachtbetrieben wurden Eigentumsbetriebe. Die Kaufgelder wurden in festgesetzten Jahresraten erhoben und anstatt der Pachtgelder zahlten jetzt die Landwirte Kaufgelder mit den festgesetzten Zinsbelastungen. Die Finanzierungspläne waren so festgesetzt, dass jeder gute Bewirtschafter seine Rückzahlungsverpflichtungen auch erfüllen konnten. Es wurden ca. 100 Morgen vorläufig zurückbehalten, sie wurden nicht abgegeben vielleicht mit dem Überlegen doch jemand auf den Hof zu bringen. Sie wurden vom Land Hessen in eigener Regie bewirtschaftet. Es wurde auch davon gesprochen beim Kammerhof mehrere "Neubauern" anzusiedeln und Gebäude ähnlich wie auf der Hessenaue zu errichten.

Dies ist dann doch unterblieben es fanden sich im Laufe des Verfahrens genügend Leeheimer Landwirte die das Land bis auf ca. 10 ha., die im Eigentum des Landes bleiben, übernahmen.

Was mit den Gebäuden des Hofes geschehen sollte wusste damals noch niemand. Die Siedlungsaktion und die Abwicklung des Verfahren zog sich bis in die Jahre 1939/1940 hin. Der zweite Weltkrieg war ausgebrochen.

Das Leeheimer Wirtschaftsbereich der Landwirtschaft hatte sich durch die Übernahme weiter Flächen des Bensheimerhofes verlagert. Über die seitherigen Wirtschaftswege konnte man schlecht die neuen Grundstücke erreichen. Deshalb wurde im Rahmen des Verfahrens der frühere "Fußpfadweg" als landwirtschaftlicher Erschließungsweg umgewidmet und 1941 mit einer Betondecke befestigt. Der eigentliche Weg zum Kammerhof, der historische Kammerhofweg über den man nach Oppenheim und nach Geinsheim gelangen konnte, verlor an Bedeutung und ist teilweise beim Ausbau des Riedsee Wasserfläche geworden.

Obwohl die Ausbauart des neuen Weges viel zu wünschen übrig lies hat er seine Aufgabe erfüllt. Zwar musste er nach ganz kurzer Zeit mit einer neuen Decke versehen werden aber an der Wegeführung kann im Interesse der Landwirtschaftlichen Bevölkerung keine Kritik geübt werden. 

1939 ist die Familie Nold nach Leeheim in ihr neu erbautes Wohnhaus gezogen. Ihnen war bereits 1938 die Wohnung auf dem Kammerhof gekündigt worden. 

Ende 1942/1943 wurden die Gebäude des Kammerhofes, für viele damals unverständlich, abgebrochen. Altes ehrwürdiges Mauerwerk, es waren keine Fachwerkgebäude, wurde niedergerissen. In einer Zeit wo überall in Deutschland Bomben niederfielen und Häuser zerstört wurden, wo Menschen Wohnungen auf dem Lande suchten, wo Zwangseinweisungen stattfanden, ließ die damalige Hessische Landesregierung diesen Hof abbrechen.

Nach dem Kriege hat die heimatvertriebene Familie Tümmler den Bereich des Hofes erworben und sich auf den Grundmauern, die noch vorhanden waren, eine neue Hofreite erbaut. Das Wohnhaus steht auf dem Keller und den Fundamenten des Brennhauses und die Stallungen stehen auf den Fundamenten des großen Wohnhauses.

Der Name Kammerhof ist auf die neuen Gebäude weiter gegeben worden und mit der Erstellung von zwei Aussiedlerhöfen, die beide als Wohnplatz ebenfalls die Bezeichnung Kammerhof führen ist der Name des Kammerhofes erhalten geblieben.

Zurück