Die Entwicklung

Die Entwicklung des Dorfes wurde sehr stark von dem früher neben der Kirche befindlichen Mönchgutes des St. Albanstiftes in Mainz sowie von den um Leeheim befindlichen Mönchshöfen, Hayna, Bensheim und Riedhausen geprägt. Ein weiterer großer landwirtschaftlicher Gutsbezirk, der Kammerhof, wird ebenfalls dazu beigetragen haben.

An der Stelle des oder beim Kammerhof ist das 834 erstmals genannte Dörfchen Camba zu suchen. Dort wurde im Jahre 1024 Konrad II. von den Fürsten des Reiches zum Deutschen König gewählt. Camba muss in der Zeit bis 1190 untergegangen sein. Es wird in all den Jahren nicht mehr erwähnt. 1190 wird von einem Hof zu Camben berichtet. Hochwasserzeiten des Rheines haben, so wird es beschrieben, die Menschen gezwungen diese Siedlung aufzugeben.

Die Menschen lebten vom Ackerbau und der Fischerei. Viele werden in den Bereichen der bereits genannten Hofanlagen Beschäftigung gefunden haben. Sie mussten mit dem vorlieb nehmen was die Natur ihnen gegeben hat.

Der Rheinstrom mag viele Vorteile für die Bewohner gebracht haben. Sie hatten aber auch sehr unter dem ungeordneten Flusslauf zu leiden. Hochwässer zerstörten die Felder oder rissen ganze Gebiete weg und schwemmten andere wieder an. Ständig wechselte der Lauf des Flusses. Trockene Jahre lösten nasse Jahre ab. Es war ein ewiges hin und her. Was in trockenen Jahren als sicher galt, wurde in nassen Jahren zerstört. Erst mit der Errichtung von Schutzmaßnahmen, der Hochwasserdämme, trat eine Erleichterung ein.

Bereits im 14. Jahrhundert wird von der Errichtung des Landdeiches geschrieben und in all den folgenden Jahren mussten die Einwohner Arbeits- und Geldliche Leistungen für den Bau, den Erhalt und die Unterhaltung des Hochwasserdammes erbringen.

Krankheitszeiten und Kriegszeiten forderten Opfer, so dass die Bevölkerung nur sehr langsam anstieg. Um 1600 lebten ca. 600 Einwohner in Leeheim. Das Dorf galt damals als einer der bevölkerungsreichsten Orte im engeren Heimatgebiet. Nach der Schreckenszeit des dreißigjährigen Krieges, an den in unserem Gebiet der Rheinübergang von König Gustav Adolf von Schweden erinnert, kamen die Pest-Jahre um 1666. Leeheim hatte große Opfer zu beklagen. In Leeheim wurden 1669 nur noch 309 Einwohner gezählt.

Die Einwohnerschaft war längst evangelisch geworden. Das Dorf musste 1536 die Religion des Landesherren annehmen. Die Landgrafen von Hessen waren zum Evangelismus übergetreten. 

Die bereits 1184 urkundlich erwähnte Kirche, in der ab 1536 nach der Lehre Martin Luthers gepredigt wurde, war baufällig geworden. Sie wurde 1620 durch einen Neubau, die jetzige Kirche, ersetzt. Der Standort der Kirche ist der gleiche geblieben. Neben den evangelischen lebten nur wenige katholische Einwohner im Ort. Wanderten Katholiken zu so haben sie sich nach und nach, sei es durch Heirat oder aus sonstigen Gründen, der Religionsgemeinschaft der Mehrheit der Einwohnerschaft angeschlossen.

Es kamen auch jüdische Familien hinzu. Sie betrieben durch den Zwang der landesrechtlichen Bestimmungen in den meisten Fällen Handel und lebten in der Gemeinschaft immer nach ihren Volkssitten.

1828 lebten 936 und hundert Jahre später 1290 Menschen in der Gemeinde. Viele sind während dieser Zeit nach Amerika ausgewandert und andere suchten sich in verkehrsgünstigeren Gemeinden und Städten Arbeit und wurden auch dort sesshaft.

 

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