History-Tour besucht den Bensheimer Hof  - VDK - Gesundheitstag - Sanierung der Pionierbrücke geht weiter - Molières „Der Geizige“ / Büchnerbühne - 100 Jahre Strom in Leeheim - Tag des offenen Ateliers bei Karin Jung - Pionierbrücke eingeweiht

01. September 2011  | amo

Ländereien des Dorfs Buosinesheim

History-Tour: Gerold Reichenbach (SPD) besucht in seiner Reihe über Klosterhöfe den Bensheimerhof bei Leeheim

ERFELDEN. 

Der Bensheimerhof war am Dienstagabend Station der History-Tour des Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach (rechts). Über die Geschichte des Anwesens informierte ausführlich Heimatforscher Heinrich Bonn. Foto: Robert Heiler

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Der Bensheimerhof war am Dienstagabend Station der History-Tour des Bundestagsabgeordneten Gerold Reichenbach (rechts). Über die Geschichte des Anwesens informierte ausführlich Heimatforscher Heinrich Bonn. Foto: Robert Heiler


Jeder, der schon mal mit dem Rad oder Auto zwischen Erfelden und Leeheim unterwegs war, kennt ihn: den Bensheimerhof, dieses mächtige ummauerte Geviert auf halber Strecke zwischen den beiden ehemals selbstständigen Orten. Doch den meisten geht es so wie Gerold Reichenbach: „In mehr als 30 Jahren bin ich hier immer wieder vorbeigefahren, aber ich war noch nie drin“, erzählte er. Entsprechend groß war das Interesse. Viele Neugierige wollten bei der History-Tour des SPD-Bundestagsabgeordneten, die er bereits im zehnten Jahr im Kreis Groß-Gerau veranstaltet, den Bensheimerhof besichtigen.

Dieser wird schon in der dritten Generation von der Familie Kraft bewirtschaftet und ist normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Einzige Ausnahme bildet das jährliche Hoffest mit Gottesdienst des FC Germania Leeheim am Pfingstsonntag, zu dem die Familie Kraft ihr Anwesen zur Verfügung stellt.
Mit einem Vorurteil räumte Gerold Reichenbach gleich zu Beginn auf: Das weitläufige Gut wirkt wie ein ehemaliges Kloster, war aber nie eines: „Im Kreis Groß-Gerau gab es keine Klöster, nur Klösterhöfe.“ Das waren Güter im Besitz von Klöstern, die das klostereigene Land bewirtschafteten – und dazu zählte auch der Bensheimerhof. Wobei es eigentlich „Hof Bensheim“ heißen müsse, da das Gut nichts mit dem Ort Bensheim zu tun habe, erläuterte der Historiker und Sprachwissenschaftler Ernst Erich Metzner, der seit zehn Jahren als Schirmherr die History-Tour Reichenbachs begleitet.
Den Ursprung des Namens klärte Heinrich Bonn, Ehrenvorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Leeheim, in seinem Vortrag auf dem Hof: Er stammt von dem Dorf Buosinesheim, das erstmals 764 urkundlich erwähnt wurde. Die Ländereien waren zunächst im Besitz des Klosters Lorsch, ab 1168 dann des Klosters Eberbach.

Beim anschließenden Rundgang wies Karin Kraft auch auf ein stark verwittertes Wappen des Klosters an einer Außenmauer des Gehöfts hin: Im Zuge der Säkularisierung fiel das Gut 1802 an den Hessischen Landgrafen, der es jedoch bald weiterverschenkte. Im Lauf der Zeit gab es viele Besitzer und Pächter, bis 1931 zwei Brüder Kraft erst als Pächter und dann als Besitzer den Hof übernahmen, wie Heinrich Bonn erläuterte.
Die Jahreszahl 1738 prangt auf dem Türsturz des Wohnhauses. „Mir ist gesagt worden, dass das das Jahr der ersten Renovierung des Gebäudes war“, sagte Karin Kraft, die in Vertretung ihres erkrankten Mannes über den Hof führte. Hauptbetriebszweig ist mittlerweile die Saatgutvermehrung und -aufbereitung, daneben werden noch Mais und Zuckerrüben angebaut.
Moderne Landwirtschaft und historische Gebäude passen nur bedingt zusammen, wurde bei dem Rundgang deutlich: Die großen Getreidesilos scheinen fast die alten Mauern zu sprengen, und zwischen den Säulen der ehemaligen Bullen- und Schweineställe müssen die Gabelstapler Slalom fahren. „Es ist viel Arbeit, aber wir haben uns ganz bewusst für den Erhalt der alten Gebäude entschieden“, erklärte Kraft. Vieh gibt es keines mehr auf dem Bensheimerhof, als letzte mussten auch die Hühner vor drei Jahren weichen. „Immer zur Unzeit gehören wir zu Erfelden“, seufzte Karin Kraft. „In Erfelden ist scheinbar immer noch die Vogelgrippe. Würde ich die Hühner über die Mauer Richtung Leeheim schmeißen, gäbe es kein Problem.“ Da sie ihre freilaufenden Hühner nicht einstallen wollte, gab sie die Geflügelhaltung lieber auf.

Angesprochen auf ein ganz frisches Ereignis, wurde sie richtig fassungslos angesichts bürokratischer Kapriolen: Noch am Morgen hatte die Familie Kraft einen alten Steinhaufen („Der liegt da seit dem Ersten Weltkrieg“) hinter dem Gehöft auf eigene Kosten entfernen müssen: Der Kreis hatte ihn als illegale Ablagerung angemahnt.
Im alten Kopfsteinpflaster des Hofes entdeckten die Besucher Schienen. Die gehörten zu der Feldbahn, die früher Früchte vom Feld auf den Hof transportierte. Das Zubehör wie die alten Loren kann, wer will, im Feldbahnmuseum in Frankfurt besichtigen, erklärte Kraft. Zum Abschluss ging es zu höchst lebendigen Zeitzeugen: Wildschweine, die beim letzten großen Hochwasser in den achtziger Jahren gerettet wurden und ein großes Refugium auf dem Bensheimerhof gefunden haben.

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05. September 2011  | amo

Viel Praktisches, das rege genutzt wird

Gesundheitstag: Messe des VdK Leeheim bietet zahlreiche Informationen und Tests zum körperlichen Wohlbefinden

LEEHEIM. 

Blutzuckertests waren am Samstag Teil der Angebote beim VdK-Gesundheitstag in der Leeheimer Sport- und Kulturhalle. Erich Koch (links) vom Deutschen Diabetiker Bund piekste auch Erna Reinhardt,  und mit nur einem Tropfen Blut herrschte schnell Klarheit.  Foto: Robert Heiler

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Blutzuckertests waren am Samstag Teil der Angebote beim VdK-Gesundheitstag in der Leeheimer Sport- und Kulturhalle. Erich Koch (links) vom Deutschen Diabetiker Bund piekste auch Erna Reinhardt, und mit nur einem Tropfen Blut herrschte schnell Klarheit. Foto: Robert Heiler


Bereits eine halbe Stunde nach Beginn ist jede Menge los beim Gesundheitstag der VdK-Ortsgruppe am Samstag in der Sport- und Kulturhalle. Um 11.30 Uhr lassen sich die Ersten Erbsensuppe, Wurst oder Kochkäse schmecken, während sich an einzelnen Ständen kleine Schlangen bilden.
„Möchten Sie auch rote Klebepunkte?“, fragt Liesel Thurn, Vorsitzende der Lebenshilfe Kreis Groß-Gerau für Menschen mit geistiger Behinderung. Klar, die meisten Besucher machen gern mit und kleben ihre sechs Punkte auf Tafeln mit Aussagen, was sie sich für die Zukunft wünschen. Übersät mit roten Punkten ist die Stellwand mit dem Spruch: „Menschen mit Behinderung können ihre Freizeit nach ihren Wünschen gestalten“, keinen einzigen Punkt hat die Aussage: „Für Menschen mit Behinderung wird im Heim am besten gesorgt.“ Zum fünften Mal gibt es den Gesundheitstag in Leeheim, und die Lebenshilfe ist bereits zum dritten Mal dabei. „Es ist schön zu sehen, wie interessiert die Leute sind und sich Zeit nehmen“, freut sich Thurn.
Nebenan bieten Carola und Ullrich Klarmann aus Groß-Gerau einen Schnell-Hörtest an, der rege genutzt wird. Der von ihnen ausgegebene Hörtest-Pass informiert, ob alles in Ordnung ist, sicherheitshalber ein ausgiebigerer Test gemacht werden sollte oder gar dringender Handlungsbedarf besteht.
Einen Stand weiter lässt sich gerade Kreisbeigeordneter Gerald Kummer in den Finger pieksen. „Alles bestens“, verkündet Gerhard Schäfer von der Diabetiker-Selbsthilfegruppe Groß-Gerau das Ergebnis des Blutzuckertests.

Ungewöhnliche Kinderbücher liegen am nächsten Tisch aus. In „Ente, Tod und Tulpe“ von Wolf Erbruch beispielsweise trägt der Tod standesgemäß Totenkopf zum karierten Hemd und geht mit der Ente schwimmen und klettert auf Bäume, bis er sie liebevoll zur letzten Ruhe legt. „Wir wollen zum Stöbern animieren und ein bisschen die Hemmschwelle vor dem Tod nehmen“, erklärt Gabriela Enderich von
der Hospizgruppe Riedstadt. „Schließlich gehört Sterben zum Leben dazu und ist nichts, was tabuisiert werden sollte.“
Beim Praxisteam Lang/Nerger fragt ein Plakat: „Geht Ihnen manchmal die Puste aus?“ Wer unsicher ist, kann gleich beim Lungenfunktionstest auf Nummer sicher gehen. Beim Stand der Apotheke Leeheim umklammern Besucher eine Art Steuer. Was aussieht wie ein Lenkrad ohne Auto, entpuppt sich als Messgerät zur Körperfettanalyse. Dafür misst Brigitte Blodt Gewicht und Größe. Mit den Daten füttert Beate Reichert das Gerät, bei dem über Dioden an den Handgriffen leichter Strom durch den Körper geschickt wird. „Den Body-Mass-Index kann man ja ganz einfach ausrechnen. Aber eine Körperfettanalyse ist viel genauer“, erklärt Reichert.
Es sind die praktischen Dinge neben den Infos, die die Besucher des Gesundheitstages besonders rege nutzen. So hat Birgit Meusel einen Teil ihrer Praxis für den Tag kurzerhand in die Sport- und Kulturhalle verlegt und bietet medizinische Fußpflege. Bei den „Brillenmachern“ kann man einen Sehtest machen. Daneben gibt es auch Informationen und Beratungen des „Netzwerks Demenz im Kreis Groß-Gerau“, von Heilpraktikerin Anke Jentsch, dem Vdk-Kooperationspartner Ergo-Versicherungen und auch dem VdK selber. Der VdK-Reisedienst informiert darüber hinaus über barrierefreies Reisen, und die Firma Hofmann hatte gleich zwei Scooter als Fortbewegungsmittel für eingeschränkt Gehfähige ausgestellt.
Die Flächen an den Wänden entlang ist den vielen Ständen vorbehalten, in der Hallenmitte sind Tische und Stühle für Hungrige aufgebaut. „Als wir den ersten Gesundheitstag in Leeheim hatten, brauchten wir nur das Foyer. Mittlerweile haben wir so viele Anfragen, dass wir gar nicht mehr alle berücksichtigen können“, sagt Sigrid Köstler, Schriftführerin des VdK-Ortverbandes.

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07. September 2011  | wig

Sanierung geht weiter

LEEHEIM. 

Betonsanierung: An der Pionierbrücke gehen die Instandsetzungsarbeiten weiter. Foto: Robert Heiler

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Betonsanierung: An der Pionierbrücke gehen die Instandsetzungsarbeiten weiter. Foto: Robert Heiler


Seit gestern werden die Sanierungsarbeiten an der Leeheimer Pionierbrücke zum Schusterwörth fortgesetzt. Die Betonpfeiler, die die Eisenträger umgeben, werden von einer Fachfirma sandgestrahlt, um dann mit einer Kunststoffbeschichtung versehen zu werden, erläutert Riedstadts Bauamtsleiter Hans Domes auf ECHO-Nachfrage und stellte im gleichen Atemzug fest, dass die im Frühjahr unter anderem von den Angelvereinen geleistete Arbeit nicht vergebens war. Sie habe angesichts des maroden Geländers der Pionierbrücke der Gefahrenabwehr gedient Für die jetzigen Arbeiten sei der Einsatz einer Fachfirma unabdingbar gewesen. Neben der Sanierung der Pfeiler wird auf der Brücke eine Asphaltschicht aufgebracht, damit auch von oben kein Wasser mehr in die Pfeiler eindringen kann. Aufgrund von Vorgaben der Naturschutzbehörde darf dies unter anderem wegen des Vogelzugs nur in einem Zeitfenster von September bis Oktober geschehen. Bis Ende September soll die Brücke fertiggestellt sein.

 

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08. September 2011  | Von Anke Mosch

Jeder bekommt am Schluss seine Liebe

Büchnerbühne: Riedstädter Ensemble setzt Molières „Der Geizige“ mit ansteckender Spielfreude in Leeheim in Szene

LEEHEIM. 

In ständiger Angst um sein Geld lebt der geizige Harpagon (Zweiter von rechts). Welches Durcheinander er damit heraufbeschwört, zeigte die Büchnerbühne – im Bild auch Beate Krist, Finn Hanssen und Mélanie Linzer (von links) – bei ihrer Aufführung der Molière-Komödie „Der Geizige“ in Leeheim. Foto: Robert Heiler

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In ständiger Angst um sein Geld lebt der geizige Harpagon (Zweiter von rechts). Welches Durcheinander er damit heraufbeschwört, zeigte die Büchnerbühne – im Bild auch Beate Krist, Finn Hanssen und Mélanie Linzer (von links) – bei ihrer Aufführung der Molière-Komödie „Der Geizige“ in Leeheim. Foto: Robert Heiler
 

Termin

„Der Geizige“ wird am Samstag (17.) um 19.30 Uhr erneut von der Büchnerbühne in der Kirchstraße 16 (Leeheim) aufgeführt.


Den Reiz der neuen Spielstätte in der ehemaligen Feuerwache erlebten Theaterliebhaber aus der gesamten Region am Wochenende: Nach der Premiere im Schloss Dornberg führte die Büchnerbühne an zwei Abenden mit Molières Komödie „Der Geizige“ die erste Großproduktion in der neuen Heimstatt auf.
Das Theater-Kleinod entwickelte dabei seinen ganzen Charme. Wo schließlich gibt es noch so engen Kontakt zwischen Schauspielern und Zuschauern wie bei der Büchnerbühne, wo Besucher bei einem Gläschen Prosecco oder einem Espresso im schnuckeligen Theatercafé vor Vorstellungsbeginn ein kurzes Schwätzchen mit Regisseur und Hauptdarsteller Christian Suhr halten und den ein oder anderen Blick auf vorbeihuschende Schauspieler werfen können.

Geschickt nutzte Regisseur Suhr auch den Umstand, dass das abfallende Podest der kleinen Zuschauertribüne direkt vor der Bühne endet und die Schauspieler in unmittelbarem Augenkontakt mit den Zuschauern agieren. Immer wieder wurden die Besucher einbezogen: Mal gab es ein kumpelhaftes Augenzwinkern von Elise (Verena Specht-Ronique), der Tochter des geizigen Harpagon (Christian Suhr), Richtung Tribüne, mal hetzte der Geizige bei der aberwitzigen Suche nach seiner verschwundenen Geldkassette den Kommissar (Willi Forwick) auch aufs Publikum: „Der war’s! Der hat gelacht!“
Überhaupt wurde selten auf einer Bühne so viel geweint und in den Zuschauerrängen so viel gelacht. Mit ansteckender Spielfreude stürzte sich das zehnköpfige Ensemble kopfüber in den brodelnden Strudel aus Missgunst, Angst und Leidenschaft, der immer schneller wirbelnd alle in seinen Sog zog. Angefangen mit Harpagon, dessen einzige Liebe dem Mammon und insbesondere seiner im Garten verbuddelten Kassette voller Gold-Ecus gilt. Der darüber hinaus aber auch Tochter Elise und Sohn Cléante (Finn Hanssen) gewinnbringend verheiraten will, für sich selber dagegen unter Mithilfe der Heiratsvermittlerin Frosine (Mélanie Linzer) die arme Mariane vorgesehen hat.
Natürlich liebt die eigentlich der Sohn, während Tochter Elise in heimlicher Liebe zu Valère entbrannt ist, dem Angestellten ihres Vaters, der mit windiger Kunstfertigkeit seinem knauserigen und ewig misstrauischen Chef immer nach dem Mund redet. Szenenapplaus gab es für Harald Preis bei seinem zungenbrecherischen Versuch, Harpagon wie gewohnt eilfertig beizupflichten („Ihr seid die Weisheit selbst“), ohne seine Liebste völlig zu verraten. Denn diesmal soll er mit Harpagon Elise überzeugen, dass eine Tochter sich von ihrem Vater – natürlich ohne Mitgift – auch gegen ihren Wunsch verheiraten lassen müsse.

In der Inszenierung der Büchnerbühne gibt es noch ein drittes Liebespaar: Aus dem Diener La Flèche ist eine liebestolle hässliche Dienerin (Valerie Bolzano) mit Sprachfehler geworden, die mit allen Mitteln den Koch und Kutscher Jacques (Claudio Altese) zu umgarnen sucht. Wer eine öffentliche Probe der Büchnerbühne im Juni besucht hatte, entdeckte mit Freude die Szene, in der La Flèche dem angewiderten Koch besen- und hüftschwingend zu Leibe rückt, als Eröffnung des Stücks wieder.
Es waren nicht zuletzt auch Bilder wie diese, die den Abend zu einem unvergesslichen Vergnügen machten. Wie auch der abgehackte Tanz zweier Glockenspielfiguren, in dem sich Harpagon und Mariane bei ihrer ersten Begegnung finden. Oder die lange Tafel, direkt vor der ersten Zuschauerreihe aufgebaut, an der sich Vater und Sohn Stuhl für Stuhl bei ihrer kurzen Versöhnung näherkommen.
Immer rascher dreht sich der Strudel und immer lustvoller lassen sich die Figuren mitreißen. Allen voran Harpagon, der hemmungslos tobend und greinend seinem Geld nachtrauert. Im furiosen Schlussakt fallen Mariane und Valère verblüffenderweise mitsamt ihrem wiedergefundenen Vater (Oliver-Kai Müller) in einen starken italienischen Akzent, findet sich mit ihnen doch eine neapolitanische Familie wieder. Wenn am Ende das gesamte Ensemble „O sole mio“ schmettert, hält jeder seine große Liebe im Arm, die drei Liebespaare einander – und der glückliche Geizige sein Geld.
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13. September 2011  | renz

Seit 100 Jahren Strom

Ausstellung: Exponate in Leeheim von der Petroleumlampe bis zu heutigen Lichtquellen

LEEHEIM. 


Anfang des Jahres 1911 war Leeheim mit rund 1200 Einwohnern ebenso ohne elektrisches Licht wie viele Nachbargemeinden. Vor den Weihnachtstagen brannten erstmals elektrische Lampen. Als besonderes Ereignis hatte die Kirche an Weihnachten 1911 elektrisches Licht. Diesen Tagen widmet der Heimat- und Geschichtsverein ab Samstag (24.), 19 Uhr, eine Ausstellung im Museum (Backhausstraße 8). Die Schau zeigt viele Lampen aus dem Fundus und Exponate von Sammlern aus dem Kreis Groß-Gerau. Das Museum beleuchtet, um die Gegensätze deutlich zu machen, Stuben einerseits mit Petroleum, andererseits mit Strom. Den breiten Bogen von der alten Stalllaterne bis hin zur heutigen Lichtanlage stellt der Verein zu jeder vollen Stunde bei einer Führung vor. Außerdem wird im 30-Minuten-Takt eine Lasershow gezeigt.
Die Ausstellung ist auch noch am Sonntag (25.) sowie bis Ende des Jahres jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr im Museum (Telefon 06158 74179) zu sehen.

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23. September 2011  | Von Anke Mosch

„Ich werde nie fertig mit meinen Bildern“

Porträt: Karin Jung öffnet ihren Kreativstall in Leeheim zum wiederholten Mal zu den Tagen des offenen Ateliers

LEEHEIM. 
Zart und filigran wirken die Acrylbilder der Leeheimer Künstlerin Karin Jung. Am Wochenende präsentiert sie  auch Zeichnungen. Foto: Robert Heiler
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Zart und filigran wirken die Acrylbilder der Leeheimer Künstlerin Karin Jung. Am Wochenende präsentiert sie auch Zeichnungen. Foto: Robert Heiler


Offenes Atelier

Der Kreativstall von Karin Jung in Leeheim, Große Sackgasse 5, ist am Samstag (24.) von 16 bis 19 Uhr und am Sonntag (25.) von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Ein versonnenes Lächeln spielt um die Augen der alten Frau. In inniger Nähe liegt ein Neugeborenes am Hals der Mutter. In jeder ihrer Bleistift- und Aquarellzeichnungen spürt der Betrachter die liebevolle Zugewandtheit der Künstlerin zu dem, was sie abbilden möchte. „Ich mag es nicht so heftig, ich bin mehr für das Zarte, was die Menschen berührt“, sagt Karin Jung. Sie möchte dem Ausdruck geben, was sie anrührt. Bei Mensch und Tier sind das vor allem Blicke, die Augen als Spiegel der Seele. Da liegt das ganze Staunen eines Kleinkindes in dem offenen Blick eines kleinen Mädchens, oder fängt Karin Jung die Spielfreude eines Hundes mit zarten Strichen ein.
Zart mag sie es auch bei ihren Acrylgemälden. Da schwebt eine Feder vor einem Vollmond, oder tanzen Schmetterlinge im Sonnenstrahl über einer grünen Wiese. Licht ist ihr bei den Gemälden ganz besonders wichtig. Mit der Leuchtkraft des Sonnenstrahls im Schmetterlingsbild ist sie noch nicht ganz zufrieden und verstärkt es schließlich mit einer Lampe. „Ich werde nie fertig mit meinen Bildern, weil ich immer noch etwas verändern und verbessern will“, klagt sie. „Irgendwann muss ich mir einfach sagen, dass jetzt Schluss ist.“

Das gilt vor allem für diese Woche. Mit Hochdruck arbeitet sie noch an einigen Bildern gleichzeitig, die für die Tage des offenen Ateliers am Wochenende (24./25.) fertig werden sollen. „Acryl macht richtig Spaß, weil man mehr experimentieren und immer wieder verändern kann“, erklärt die Künstlerin. So hat sie über Nacht noch die Hintergrundfarbe eines Bildes von Grün auf Blau geändert. Dort soll nun eine Pusteblume entstehen – und sie wird mit Sicherheit zart und filigran sein.
Für Karin Jungs Gemälde gilt das Gleiche wie für ihre Porträtzeichnungen: Abgebildet wird, was sie fasziniert. Das kann eine irgendwo gesehene Engelsdarstellung sein, öfter aber Dinge aus der Natur. Schnecken kann sie stundenlang beobachten, Wolkenformationen wird sie nie überdrüssig. „Beim Autofahren muss ich oft aufpassen, dass ich keinen Unfall baue, weil ich die Wolken so toll finde. Dann sieht plötzlich der ganze Himmel wie ein großer Flügel aus“, erklärt sie.
Für die Werksschau an den Tagen des offenen Ateliers hat sie eine Vielzahl ihrer Porträtzeichnungen in der Familie, bei Freunden und Bekannten eingesammelt. Oft arbeitet sie auch auf Auftrag, zeichnet mit Fotos als Vorlage zu runden Geburtstagen oder Ehejubiläen. Ihre Familie hat sie immer wieder porträtiert, wie etwa ihre erwachsene Tochter und ihre beiden Söhne. Und immer wieder alte Menschen. Karin Jung arbeitet als Alltagsbegleiterin im Altenheim. Sie ist fasziniert von der Würde, aber auch dem Humor und der Verschmitztheit, der in so manchem Blick alter Menschen liegt.
Die kreative Frau mit immer neuen Einfällen bemalt nicht nur Papier und Leinwand. „Ich habe immer schon gemalt, und angefangen habe ich mit Stoff“, erklärt sie. Kleider, T-Shirts und Jacken hat sie so aufgehübscht und malt heute noch gelegentlich Banner. Auch Steine dienen ihr als Malgrund. Als Tischdekoration zu großen Festen zum Beispiel, wenn auf den Stein das Motiv wie eine Rose sowie der Name eines Gastes kommt und auf die Rückseite das Datum des Ereignisses.
Die Künstlerin lebt mit 14 Jahre alter Tochter, Mann und Schwiegereltern auf dem Hof der Familie in der Großen Sackgasse 5. Dort hat sie ihr Atelier im „Kreativstall“, dem ehemaligen Schweinestall. In der Vergangenheit hat sie dort auch schon Malkurse für Kinder und Erwachsene angeboten und überlegt zur Zeit, ob sie das wieder aufleben lassen soll. Das fünfte oder sechste Mal nimmt sie nun an den Tagen des offenen Ateliers teil, so genau weiß sie es schon gar nicht mehr. Wie auch in früheren Jahren will sie mit ihrem Mann im Hof Tische und Bänke aufstellen und ihre Gäste mit Brezeln, Kaffee und Wein bewirten. „Bisher war an diesen Tagen immer schönes Wetter, und wir hoffen natürlich, dass das auch in diesem Jahr so sein wird.“

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24. September 2011  | rhe

Von Grund auf saniert

LEEHEIM. 
Ihren ersten Belastungstest hat  die frisch sanierte Pionierbrücke am Schusterwörther Altrhein am Donnerstagnachmittag bestanden.  Foto: Robert Heiler
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Ihren ersten Belastungstest hat die frisch sanierte Pionierbrücke am Schusterwörther Altrhein am Donnerstagnachmittag bestanden. Foto: Robert Heiler


Nach jahrelangem Streit um Zuständigkeiten und Verkehrssicherungspflicht, rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen Stadt Riedstadt und Regierungspräsidium Darmstadt sowie einer Unterschriftenaktion der Bürger hat es hinsichtlich der sogenannten Pionierbrücke am Schusterwörther Altrhein einen Kompromiss gegeben, der nun in gewisser Weise zu einem guten Abschluss kommt.
Die Brücke, die abgerissen werden sollte, falls nicht Riedstadt künftig die Unterhaltungskosten trage, wurde zwischenzeitlich mit Landesmitteln, die ursprünglich für den Abriss verwendet werden sollten, wiederhergestellt. Zunächst hatten zahlreiche engagierte Bürger die Brücke wieder verkehrssicher gemacht und so den für Naherholungssuchende wichtigen Zugang zum Rhein sichergestellt. In den letzten Tagen und Wochen wurde die Pionierbrücke von einem Fachunternehmen von Grund auf saniert.

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