Sonderausstellung im Heimatmuseum - Fällt der Weihnachtsmarkt aus???

01. Oktober 2011  | amo

Mancher las lieber beim Herdfeuer

Ausstellung: Heimatmuseum Leeheim zeigt in der Sonderschau „Vom Petroleum zum Laser“ vor allem Lampen aller Art

LEEHEIM. 

Petroleumlampen waren noch vor 100 Jahren gang und gäbe in Leeheim. Der Heimat- und Geschichtsverein – hier vertreten vom Vorsitzenden Ludwig Jung, Hans Moldaner und Hans Schwäch (von links) – widmet der Entwicklung der Beleuchtungsweise die Ausstellung „Vom Petroleum zum Laser“, die jeden ersten und dritten  Sonntag im Monat von 10  bis 12  Uhr eine Vielzahl von Lampen zeigt. Foto: Robert Heiler

Petroleumlampen waren noch vor 100 Jahren gang und gäbe in Leeheim. Der Heimat- und Geschichtsverein – hier vertreten vom Vorsitzenden Ludwig Jung, Hans Moldaner und Hans Schwäch (von links) – widmet der Entwicklung der Beleuchtungsweise die Ausstellung „Vom Petroleum zum Laser“, die jeden ersten und dritten Sonntag im Monat von 10 bis 12 Uhr eine Vielzahl von Lampen zeigt. Foto: Robert Heiler


Eine alte Signallampe der Bahn baumelt neben dem Torbogen am Museum und weist den Weg. Im Hof melden Nase und Auge gleichermaßen Ungewöhnliches: In der Luft liegt ein warmer Duft, die Gebäude sind festlich mit Petroleumlampen beleuchtet. Im Rund stehen alte Opel-Fahrräder mit Karbidleuchten, an Pferdeschlitten und -leiterwagen brennen Kerzen hinter Glas. Daneben wartet ein Laser auf gelbem Gestell auf seinen großen Auftritt. „Vom Petroleum zum Laser. 100 Jahre Strom in Leeheim“ heißt denn auch die Sonderausstellung, die der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) derzeit in der Backhausstraße zeigt.

Die evangelische Kirche war das erste Gebäude in Leeheim, das mit Strom versorgt wurde, erklärt HGV-Vorsitzender Ludwig Jung. „An Weihnachten 1911 wurde sie erstmals elektrisch beleuchtet.“ Vorausgegangen waren 1910 Verträge der Gemeinden Biebesheim, Crumstadt, Stockstadt, Goddelau, Erfelden, Wolfskehlen und Leeheim mit der Rheinischen Schuckert Aktiengesellschaft, die später in die Verwaltung des Überlandwerk Mainz überging. Nach der Kirche wurden auch die übrigen Haushalte der ungefähr 1200 Leeheimer ans Stromnetz angeschlossen. Dennoch blieben Petroleumlampen noch lange in Gebrauch.
Jung erinnert sich aus seiner Kindheit an noch eine andere Lichtquelle: „Meine Oma hat sich zum Zeitunglesen gern vor den Küchenherd gesetzt und sich zum Feuertürchen runtergebeugt. Dabei hing an der Decke eine Glühlampe.“ Der Küchenherd im alten Wohnhaus wurde für den Abend zwar nicht befeuert, aber ansonsten hatten die HGV-Mitglieder unter Federführung von Hans Moldaner zusammengetragen und liebevoll dekoriert, was im Laufe der Zeit Licht spendete.
Bereits den Eingang zum Wohnhaus der ehemaligen Hofreite zieren zwei hohe Petroleumlampen auf gusseisernen Ständern. Im Jagdzimmer wetteifern eine elektrische Deckenlampe mit grünen Glasperlenfransen und eine heimelige Tischlampe mit Petroleumflamme, wer sich besser ins rechte Licht rückt. An Wänden, Tischen und Decken und selbst neben dem altertümlichen Bettgestell finden sich Lampen aus der Zeit, als ein simpler Knopfdruck noch nicht automatisch für Licht sorgte.
Sammler Stefan Heseler aus Wallerstädten prüfte bei der Eröffnung immer mal wieder kritisch die Hitzeentwicklung, denn die alten Lampen spenden nicht nur Licht, sondern auch erstaunlich viel Wärme. Ein Großteil seiner Sammlung ist im ersten Stock des Museums ausgestellt. Dort zeigen auch Silvia und Thomas Müller aus Gernsheim einen Teil ihrer alten Lampen, aber auch Kocher, die mit Petroleum, Karbid, Kerzen oder Spiritus betrieben wurden. Alle drei Sammler beantworteten am ersten Abend viele wissbegierige Fragen.

Im gleichen Raum arbeitet die lebensgroße Puppe „Manfred“ an Stromleitungen, wie sie früher an Pfosten über die Dächer des Ortes geführt wurden. Zu sehen ist auch die alte Schalttafel der evangelischen Kirche, an Stellwänden gibt es Informationen zu Stromversorgung und Funktionsweise von Lampen. Werbung anno dazumal für die „Fridola Acetylen-Sturmlampe“ ist dort ebenso zu finden wie ein Foto der alten Transformatorenstation in der Backhausstraße kurz vor ihrem Abriss 1985/86.
Im Hof spendet die Laterne „Petro-Max“ stetes Licht. Warum die so heißt, verrät Stefan Heseler: „Der Erfinder hieß Maximilian, hat zehn Jahre ständig an dem Entwurf gebastelt und wurde deswegen Petroleum-Max gerufen.“

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27. Oktober 2011  | wig

Fällt der Leeheimer Weihnachtsmarkt aus?

Misere: Organisierende Arbeitsgemeinschaft sucht Nachfolger für Vorsitzende und Rechner

LEEHEIM. 


Ob es in diesem Jahr in Leeheim einen Weihnachtsmarkt gibt, steht in den Sternen, nachdem sich beim jüngsten Treffen der Arbeitsgemeinschaft Weihnachtsmarkt weder ein Vorsitzender noch ein Rechner gefunden hat. „Die beiden Macher der vergangenen Jahre“, Vorsitzende Silke Winter-Gerth und Rechner Ludwig Jung, hatten bereits im vergangenen Jahr angekündigt, für ihre Ämter nicht länger zur Verfügung zu stehen. Trotz intensiver Bemühungen fanden sich unter den an der Versammlung teilnehmenden Vertreter von Vereinen, Hobbykünstlern, evangelischer Kindertagesstätte und evangelischer Kirchengemeinde keine Nachfolger.
Um die Misere doch noch abzuwenden, hat die Arbeitsgemeinschaft nun für den 7. November (Montag) um 19 Uhr zu einer weiteren Versammlung ins Museum in der Backhausstraße eingeladen. Sollte sich an diesem Abend niemand bereit finden, die Veranstaltung federführend in enger Zusammenarbeit mit den Vereinsvertretern vorzubereiten, wird der fürs erste Adventswochenende (26./27. November) geplante Markt ausfallen – zum ersten Mal seit 1993.
Als Konsequenz aus dem Ausfallen des Weihnachtsmarktes wird es künftig auch keine Weihnachtsbeleuchtung mehr in dem Riedstadt-Teil geben, heißt es in der Mitteilung weiter. Denn Glühbirnen und Material dafür werden seit 1998 aus dem Erlös finanziert, die Lichterketten kostenlos von der Leeheimer Feuerwehr auf- und abgehängt.
Vor diesem Hintergrund richtet die AG Weihnachtsmarkt den dringenden Appell „nach einer zeitlich befristeten Mitarbeit an alle Interessierte“. Die Aufgaben könnten auf möglichst viele Schultern verteilt werden, heißt es: „Wir suchen Interessierte, die organisieren und planen können, die mit den (überschaubaren) Finanzen umgehen können, die praktisch mit anpacken können.“ Keiner müsse alles allein machen, denn die Vertreter der Vereine seien zur Mitarbeit bereit.
Neben einer Führungsspitze sucht die AG Weihnachtsmarkt auch noch Hobbykünstler, Vereine, Parteien und Einzelgruppen, die mit einem Stand auf dem Markt vertreten sein wollen.

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