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Die
Gans frisst
den Blumenstrauß
Leeheimer Kerweumzug
- Kerwevadder Richard Antoniuk erzählt Begebenheiten aus
dem Dorfleben
LEEHEIM. Zum Höhepunkt der Leeh‘mer Kerb, dem
Umzug, säumten am Sonntag trotz trübem Herbstwetter zahlreiche
Kerwefreunde die Straßen, um dem Kerwespruch zu lauschen. Flankiert von
den Beireitern Matthias Erhardt und dem Vorjahreskerwevadder Kai Dickhaut,
glossierte Kerwevadder Richard Antoniuk an vier Stationen die Unzulänglichkeiten
Leeheimer Mitbürger.
Ehe sich der Kerwevadder dem Ortsgeschehen zuwandte, blieb auch das
Weltgeschehen nicht unerwähnt. So zum Beispiel die Fußball-Weltmeisterschaft:
In Japan und in Süd-Korea, war die WM im Fußball dran. Vizemeister,
Super-Rudi und vorne weg der Olli Kahn“. Neben der Euro-Umstellung, der
Bundestagswahl und Schumis Siegesrausch fand im Kerwespruch auch die
Flutkatastrophe an der Elbe ihre Würdigung. Denn „Hochwasser im Osten
Deutschlands, man sollte spenden, wenn man kann. Die Existenz ist schnell
versunken. Vielleicht sind wir als nächstes dran.“
Zurück zu Leeheims Pleiten war die Rede von einem Owwer Dörfler, dem
eine Gans die Goodwill-Tour bei seiner Ehefrau zunichte machte. Blumen
wollte er ihr nach einem kurzen Trip in seine Stammkneipe schenken, doch
„offen steht die Wagentür. Die Blumen liegen lockend da, für die Gans
vom Tümmlerhof ist die Sache sonnenklar. Sie watscht ins Auto voller
Hunger, frisst die Blumen weg im Nu. Plötzlich fällt durch Geisterhand
die Tür vom Wagen krachend zu.“
Im Kerwespruch nicht unverschont blieb ein etwas angeheiterter
Zeitgenosse. Von Kneipengästen unbeachtet wankt er wacklig heim
und findet sich in einem Garten wieder. Dort stehen friedlich Gipsfiguren,
die laden ihn recht herzlich ein. Er glaubt sich in der nächsten Kneipe.
„Die Jungs hier scheinen nett zu sein!“ Zu berichten hatte der
Kerwevadder auch von drei ortsbekannten Leeheimer Männern, denen ein zur
Radtour mitgenommener Zwergdackel zum Verhängnis wurde. Denn „der
Dackel ist ein stolzes‚ Tier und zeigt dem Herrchen sein Revier.“ Darüber
hinaus gab der Kerwevadder der interessierten Öffentlichkeit auch die ein
oder andere nicht immer gesellschaftsfähige Kuriosität aus eigenen
Reihen rund um den edlen Gerstensaft preis.
All diese großen und kleinen Missgeschicke untermauerte der Musikzug des
FC Germania mit den passenden Klängen. Auf den anschließenden Motivwagen
hatten die Kerweborsch die Episoden in Szene gesetzt und mit Sprüchen
unterlegt. Die Kerwemädchen versorgten das aufmerksame Publikum mit schäumenden
Getränken. Offensichtlich vom Kerwetreiben früherer Tage erholt – und
entspannt liegend - verfolgten die „Zehnjährigen“ auf ihrer eigenen
Rolle im Sand mit Lagerfeuer und allem, was zur Erholung gehört, das rege
Treiben.
Vergnügungen auf dem Platz, Tanz in den Lokalen
Nach dem Umzug lockte ein Rundgang über den Kerweplatz mit
seinem süßen Duft von gebrannten Mandeln, Nierenspießen und anderen Köstlichkeiten,
sowie der „Reitschul“ und anderen Vergnügungen für groß und klein.
Außerdem wollte man sehen und gesehen werden, sowie hie und da ein Schwätzchen
halten, ehe sich die Kerwegemeinde abends im Kerwelokal und in den anderen
Leeheimer Gastwirtschaften zu Tanz und Unterhaltung einfand. Bereits um 10
Uhr morgens war am Montag wieder Leben auf Leeheims Straßen. Frühschoppen,
der wie so oft nahtlos in Dämmer- und Abendschoppen überging, war in
allen Kneipen angesagt. Erst sorgten. die Kerweborsch mit „Soundwave“
im Kerwelokal für Schwung und gute Laune, dann ging’s „über die Gass“.
evs.
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