Jahreshauptversammlung FC Germania - Laienspielgruppe "Schlachtfest bei Schmidt's" - Feuerwehr übt an neuer Technik
25. März 2011  |  kgr

Sportheim wird aufgestockt

Hauptversammlung: Mitglieder des FC Germania Leeheim bestätigen fast den kompletten Vorstand im Amt – Langjährige Mitglieder werden ausgezeichnet

LEEHEIM. 

Zu Ehrenmitgliedern wurden Hermann Fluhr (Zweiter von links), Bruno Losert und Werner Dörr bei der Jahresversammlung des FC Germania ernannt. Vorsitzende Hannelore Pletz gratulierte. Foto: Robert Heiler

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Zu Ehrenmitgliedern wurden Hermann Fluhr (Zweiter von links), Bruno Losert und Werner Dörr bei der Jahresversammlung des FC Germania ernannt. Vorsitzende Hannelore Pletz gratulierte. Foto: Robert Heiler


Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten seien für das Vereinsleben enorm wichtig. Mit diesen Worten dankte Hannelore Pletz, Vorsitzende des FC Germania, allen Vorstandsmitgliedern, Übungsleitern und weiteren Helfern des Vereins. Ihrer Begrüßung zur Jahreshauptversammlung folgten in der Gaststätte „Zum Rheintal“ rund 60 Mitglieder.
Für langjähriges Engagement verlieh der Verein Werner Dörr, Hermann Fluhr, Bruno Losert und Franz Hieke die Ehrenmitgliedschaft. Für 65 Jahre Treue zum Verein wurden Rudolf Bonn, Jakob Lochmann, Robert Nold, Heinrich Petri und Ferdinand Wilhelm geehrt. Seit 50 Jahren ist Walter Dörr dabei. Weitere 18 Mitglieder ehrte der FC für 25 Jahre Mitgliedschaft.
Nach den Ehrungen stand unter anderem die geplante Aufstockung des alten Sportheims auf der Tagesordnung. Architekt Franz Schneider stellte das Bauvorhaben vor und erläuterte, dass und wie das bestehende Gebäude saniert werden solle. Zudem werde ein weiterer Übungsraum entstehen, da die räumlichen Kapazitäten des Vereins derzeit voll ausgelastet sind. Nach der Diskussion über die geplante Finanzierung, den daraus entstehenden Nutzen sowie mögliche Risiken stimmte die Versammlung mehrheitlich für die Aufstockung des alten Sportheims und die damit verbundene Kreditaufnahme.
Bei den Wahlen bestätigten die Mitglieder Vorsitzende Hannelore Pletz, ihren Stellvertreter Hans-Dieter Melchior, Rechner Gerold Moldaner und Jugendleiterin Meike Wiesenäcker in ihren Ämtern wieder. Neu hinzu kommt als Schriftführer Alexander Iser. Alle Abteilungsleiter wurden wiedergewählt.
Hannelore Pletz betonte, dass sich jederzeit weitere Interessierte für den Verein engagieren könnten. Dazu könne man sich direkt an den Verein wenden, und zwar dienstags von 17.30 bis 18.30 Uhr im Vereinsbüro auf dem Sportgelände, telefonisch unter 06158 7475449 oder über die Vereinshomepage www.fc-leeheim.de.

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26. März 2011  | 

Kommissar Mordmüller ermittelt

Amateurtheater: Mitglieder der Laienspielgruppe Leeheim proben derzeit ihr neues Stück „Schlachtfest bei Schmidts“

LEEHEIM. 

Mordermittlung in der Provinz: Die Leeheimer Laienspielgruppe wird ihrem Publikum Anfang April eine Kriminalkomödie zum Besten geben. Mit von der Partie sind Friedel Simon und  Hannelore Lessenich sowie (hinten von links) Karlheinz Hebermehl, Norman Thurn, Anja Schwarz und Angela Gerhardt.  Foto: Robert Heiler

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Mordermittlung in der Provinz: Die Leeheimer Laienspielgruppe wird ihrem Publikum Anfang April eine Kriminalkomödie zum Besten geben. Mit von der Partie sind Friedel Simon und Hannelore Lessenich sowie (hinten von links) Karlheinz Hebermehl, Norman Thurn, Anja Schwarz und Angela Gerhardt. Foto: Robert Heiler

Vorverkauf

Noch gibt es Karten für die beiden Vorstellungen der Laienspieler am Freitag (8.) und Samstag (9.) um 19.30 Uhr. Sie kosten im Vorverkauf acht Euro und sind in Leeheim beim Kiosk Kunterbunt und der Volksbank, in Dornheim beim Farbenhaus Rückert sowie in Goddelau bei der Volksbank erhältlich. An der Abendkasse kosten die Karten neun Euro.


Noch sieht seine Kleidung tadellos aus: Keine Flecken, keine Knitterfalten. Doch in gut zwei Wochen muss das anders sein. Denn schließlich ist Kommissar Stefan Mordmüller (gespielt von Friedel Simon) ein Kulturbanause, der sich mit dem Ärmel den Mund abwischt und weiße Turnschuhe zu dunkler Hose, Krawatte und hellem Mantel trägt. Nicht nur bei Simons Rolle feilen die Leeheimer Schauspieler zurzeit an den Details, auch bei den anderen neun Mimen sitzen die Texte schon weitgehend, und Regisseur Christian Suhr gibt Tipps für das richtige Timing, passende Gestik und ausdrucksvolles Spiel.
Im Dezember haben die Mimen mit den Proben an ihrem neuen Stück „Schlachtfest bei Schmidts“ begonnen. Zum ersten Mal wagen sie sich damit an eine Kriminalkömodie. Drei Akte lang sind viele Lacher und höchste Spannung garantiert. Suhr, der Leiter der Büchnerbühne, führt wie im Vorjahr Regie, schließlich sei er als „Nachbar“ der Leeheimer Truppe besonders verbunden. Er erzählt, wie schwierig es sei, bei dem Stück die Spannung die ganze Zeit über aufrecht zu halten. Doch das mache für ihn als Regisseur unter anderem den Reiz des Stücks aus.
„Es ist viel Selbstironie im Stück dabei“, verrät Melanie Kind, Schriftführerin der Laienspieler, schon vorab und fügt an, dass das Stück dieses Mal in Leeheim spiele. Wer von den Schauspielern den Leeheimer Dialekt beherrsche, spreche ihn daher auch auf der Bühne. Freilich könne die Komödie mit ihrem Kleinbürgertum, seiner provinziellen Hysterie überall spielen, ergänzt Suhr, und hält das Thema zudem für hochaktuell.
In dem Krimi von Robert Lange treffen zwei Welten aufeinander: Das Ehepaar Zippel (Sylvia Kohnhäuser und Reinhard Köhler) ist vor kurzem aus Berlin nach Leeheim gezogen und möchte sich in dem scheinbar beschaulichen Dörfchen seinen Altersruhesitz einrichten. Es wohnt jedoch Zaun an Zaun mit der Bauersfamilie Schmidt, die gerade das jährliche Schlachtfest vorbereitet.
Eines trüben Novembermorgens schreckt ein Schuss die Zippels aus dem Schlaf. Panisch versuchen sie, die Herkunft des Schusses zu ergründen und sind sich schon bald sicher: Drüben bei den eingeborenen Nachbarn muss jemand erschossen worden sein. Panik und Hysterie machen sich breit, geschürt von Klatsch und Tratsch und den Fantasien von Kioskbesitzerin Gisela (Melanie Kind) und ihrer Freundin Ulla Henkelmann (Ellen Wiesenäcker).
Bei der Aufführung ist unter den zehn Mimen mit Anja Schwarz ein Neuzugang in der Truppe dabei, der jedoch schon langjährige Bühnenerfahrung mitbringt. Schwarz spielte seit jungen Jahren in der Kindergruppe des Leeheimer Theaters mit, führte dort zum Schluss sogar Regie, bis sie im vergangenen Jahr zum Erwachsenenensemble wechselte. Nach einer rund zehn Jahre währenden Pause ist bei der bevorstehenden Aufführung auch Karlheinz Hebermehl wieder mit von der Partie. Er freue sich, wieder dabei zu sein und sehe seine Rolle als Hausschlachter Schorsch Bornemann als große Herausforderung an. Schließlich verkörpere er mit Schorsch einen jähzornigen Menschen, was seinem Charakter überhaupt nicht entspricht. „Das ist gerade der Reiz“, erzählt Hebermehl.

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29. März 2011  | 

Technik kann Rettern gefährlich werden

Übung: Freiwillige Feuerwehr Leeheim zerlegt ein Auto – Nach einer Stunden ist nicht viel mehr als Schrott übrig

LEEHEIM. 

Einen fast nagelneuen Corsa hat die Leeheimer Feuerwehr am Freitagabend zu Übungszwecken zerlegt. Reimund Jakobi rückte dem Auto als erstes mit dem Spreizer zu Leibe, um die Motorhaube an den Scharnieren – und damit den Zugang zur Batterie – zu öffnen.  Hans-Dieter Zentgraf (links) vom der Opel AG gab Tipps.  Foto: Robert Heiler

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Einen fast nagelneuen Corsa hat die Leeheimer Feuerwehr am Freitagabend zu Übungszwecken zerlegt. Reimund Jakobi rückte dem Auto als erstes mit dem Spreizer zu Leibe, um die Motorhaube an den Scharnieren – und damit den Zugang zur Batterie – zu öffnen. Hans-Dieter Zentgraf (links) vom der Opel AG gab Tipps. Foto: Robert Heiler


Es ist kurz nach acht am Freitagabend: Rot glänzend steht der Kleinwagen in der Halle der Freiwilligen Feuerwehr. Rund 700 Kilometer ist er gefahren, er hat keinen Kratzer, keine Delle, keine Beule. Doch dann greift Tim Lessenich zum hydraulischen Spreizer und setzt ihn am Scharnier der Motorhaube an. Nach wenigen Sekunden platzt der Lack ab, das Scharnier knackt, und die Motorhaube beult sich nach oben.
„Es tut schon ein bisschen weh, wenn man sieht, wie ein nagelneues Auto zerlegt wird“, kommentiert einer der etwa 30 umstehenden Feuerwehrmänner und dürfte damit seinen Kollegen aus der Seele gesprochen haben. Trotzdem schneiden sie an dem Auto weiter, schlagen die Scheiben ein, entfernen Motorhaube und Türen, simulieren, wie sie das Dach abklappen, und schneiden eine große Rettungsöffnung in die rechte Seite. Nach einer knappen Stunde kann das Wrack nur noch auf einen Abschleppwagen gezogen und zum Schrottplatz gefahren werden.

Es sei wichtig, auch an neuen Autos zu üben, erklärt stellvertretender Wehrführer Kai Dickhaut. Etwa einmal im Jahr habe die Leeheimer Feuerwehr bisher das Glück gehabt, einen Unfallwagen zu erhalten, an dem sie das Zerschneiden üben konnte. An einem ganz neuen Modell zu üben, sei jedoch eine besondere Chance, denn schließlich müssten die Feuerwehrmänner auch mit der neuesten Technik vertraut sein.
„Die Technik ist gut für die Insassen, kann aber gefährlich werden für die Retter“, erläutert Hans-Dieter Zentgraf, der am Freitagabend die Feuerwehrleute einweist. Der Rentner hat jahrzehntelang in der Abteilung Fahrzeugsicherheit bei der Opel AG gearbeitet und kennt sich mit Fahrzeugtechnik hervorragend aus. Seit rund 20 Jahren leitet er in Schulungen Feuerwehrleute beim Zerlegen von Autos an. Dafür stellt ihm sein früherer Arbeitgeber Serienfahrzeuge zur Verfügung, die als Testautos nur wenige Kilometer gefahren sind.
Bevor Zentgraf den Leeheimer Feuerwehrmännern am Freitagabend zeigt, wie sie das Auto aufschneiden und eingeklemmte Personen befreien können, erklärt er ihnen viele Details zur Funktion der Airbags, zum Seitenaufprallschutz, zum Sitz der Gasgeneratoren des Airbags sowie zum Material der Scheinwerfer. Denn selbst Scheinwerfer können, wenn sie zerschnitten werden, schlimme Verletzungen verursachen, da ihre Kunststoffsplitter meterweit fliegen können.

Auch Airbags können große Gefahr bergen, besonders, falls sie versehentlich ausgelöst werden. An einem Modell demonstriert der Ausbilder, welchen Lärm die aufblasbaren Luftsäcke machen. Zentgraf selbst trägt Kopfhörer, als er den Mechanismus auslöst. Obwohl die Leeheimer Feuerwehrwache am Ortsrand liegt, dürfte der Knall des aufgehenden Airbags noch im Ort zu hören gewesen sein.
Wehrführer Jürgen Dörr freut sich über die Übung am Freitagabend: „Lehrmeinungen ändern sich: Was früher aktuell war, ist heute strikt verboten“, weiß er. Was er vor rund 20 Jahren, zu Beginn seiner Ausbildung, bei der Feuerwehr gelernt habe, habe sich heute teils drastisch geändert. So hätten die Feuerwehren früher immer eine sogenannte Crash-Rettung vorgenommen, bei denen Insassen so schnell wie möglich aus dem Unfallwagen befreit wurden. Das war oft mit extremen Erschütterungen und großem Stress für die Insassen verbunden.
Heute verfolgten die Feuerwehren die „personenorientierte Rettung“: Sofern ein Arzt bestätigt hat, dass die Lage der Verletzten stabil genug seien, dass sie nicht schnellstmöglich aus dem Auto befreit werden müssen, könne das Auto langsam und somit schonend für die Insassen zerlegt werden.
Dass seine Feuerwehrleute von Zeit zu Zeit an einem Auto üben und sich mit der neuesten Technik vertraut machen können, darauf legt Dörr großen Wert. „Jeder sollte mal daran arbeiten“, meint er, schränkt aber ein, dass die schweren Geräte für Personen mit kleiner Statur nur schwer zu handhaben seien. Immerhin wiege der hydraulische Spreizer allein schon 20 Kilogramm – und suche sich seinen Weg bisweilen selbst. „Der hat so viel Kraft, da kann man manchmal nicht dagegen halten.“

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