Starkregen in Leeheim - Öffentliche Probe der Büchnerbühne in Leeheim - Kreis - Kerweborschtreffen in Leeheim
10. Juni 2011  | kgr

Wasser steht fast 30 Zentimeter hoch

Starkregen: Leeheimer Feuerwehr muss mehr als 60 Einsätze bewältigen – Freiwillige leisten rund 400 Stunden

LEEHEIM. 

In einen regelrechten Bach hatten die Wassermassen am Montag die Erfelder Straße in Leeheim verwandelt. Selbst für die Feuerwehr war zeitweise kaum ein Durchkommen. Foto: Feuerwehr Leeheim

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In einen regelrechten Bach hatten die Wassermassen am Montag die Erfelder Straße in Leeheim verwandelt. Selbst für die Feuerwehr war zeitweise kaum ein Durchkommen. Foto: Feuerwehr Leeheim


Selbst für die Feuerwehrfahrzeuge war am Montagnachmittag kaum noch ein Durchkommen in der Erfelder Straße in Leeheim. Minutenlang stand das Wasser fast 30 Zentimeter hoch – und das an einigen Stellen über die gesamte Straßenbreite. Grund waren die heftigen Unwetter mit starkem Regen. In wenigen Minuten regnete es mehr als 50 Liter pro Quadratmeter, wie die Feuerwehr berichtet. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass die überschwemmte Straße zeitweise nicht mehr passierbar war.
Da viele der Leeheimer Feuerwehrleute selbst tagsüber in Rufbereitschaft sind, konnten in Kürze rund 60 Einsatzkräfte mobilisiert werden. Die Leeheimer Feuerwehrleute erhielten zudem Unterstützung von Kollegen aus Erfelden, das von dem Unwetter nicht so stark wie Leeheim betroffen war. Insgesamt neun Fahrzeuge waren bis in die Abendstunden unterwegs, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen. Am stärksten betroffen waren Häuser in der Erfelder Straße, der Riedhäuserhofstraße, der Schusterwörthstraße, im Westring sowie in der Erfurter Straße. Das Wasser war dort durch die Fenster in Keller und Garagen geflossen, wie Kai Dickhaut, stellvertretender Wehrleiter in Leeheim, berichtet. Aber auch durch Toiletten und Waschmaschinen sei es in die Häuser gedrückt worden.
Laut Aussagen der Feuerwehr stand in einigen Kellern das Wasser teilweise bis zu 30 Zentimeter hoch und konnte nur mit Tauchpumpen der Feuerwehr wieder aus den Häusern gepumpt werden. Mit Wassersaugern entfernte die Feuerwehr zudem die Restmengen.
„Viele Menschen werden erst am Abend , wenn sie von ihrer Arbeit kommen, merken, dass Wasser in ihrem Keller steht und uns dann rufen“, hatte ein Feuerwehrmann schon am Nachmittag vermutet. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Wehr bereits rund 40 Einsätze absolviert. Bis zum Abend wurden es insgesamt 62. Viele Leeheimer, in deren Keller nur wenig Wasser eingedrungen war, trockneten ihre Räume zudem ohne die Hilfe der Feuerwehr.
Erst gegen 19.30 Uhr, als es längst aufgehört hatte zu regnen, konnten die Feuerwehrleute ihren Einsatz beenden und zum Säubern von Geräten und Fahrzeugen zur Wache fahren. Bis zu ihrem Feierabend leisteten die freiwilligen Feuerwehrleute zusammen rund 400 Einsatzstunden.

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15. Juni 2011  | amo

Spannende erste Reaktionen

Theater: Büchnerbühne hält in Leeheim öffentliche Proben für Molières „Der Geizige“ ab – Publikum ist begeistert

LEEHEIM. 

Armer Koch: Bei der öffentlichen Probe  der Büchnerbühne zu „Der Geizige“ stand die große Szene von Koch Jacques (Claudio Altese) auf dem Programm. Der geizige Harpagon (Christian Suhr) ist mit seinem Bediensteten gar nicht zufrieden. Foto: Robert Heiler

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Armer Koch: Bei der öffentlichen Probe der Büchnerbühne zu „Der Geizige“ stand die große Szene von Koch Jacques (Claudio Altese) auf dem Programm. Der geizige Harpagon (Christian Suhr) ist mit seinem Bediensteten gar nicht zufrieden. Foto: Robert Heiler


Ein Dichter aus dem 17. Jahrhundert und seine bissigen Komödien liefern so amüsante wie verblüffend aktuelle Kommentare zum Zeitgeschehen, findet das Ensemble der Büchnerbühne. Weshalb nach dem „Eingebildeten Kranken“ zur Gesundheitsreform nun nach der jüngsten Finanzkrise Molières „Der Geizige“ einstudiert wird. Im August (17.) ist Premiere in Schloss Dornberg, am Freitagabend lud die Büchnerbühne zur zweiten öffentlichen Probe in ihre feste Spielstätte im ehemaligen Feuerwehrhaus (Kirchstraße 16) ein.
Bei den öffentlichen Proben, die der Theaterleiter fest freitags im Programm etablieren möchte, können die Zuschauer dabei zusehen, wie Szenen angelegt und entwickelt werden. „Es ist für uns spannend zu erleben, wie die ersten Reaktionen sind“, sagt Christian Suhr. Gleichzeitig sind Anregungen und Kommentare aus dem Publikum ausdrücklich gewünscht.

„Molière war der Erste, der die Komödie im Rang der Tragödie gleichgestellt und der Erste, der in einer Komödie moralische Fragen aufgeworfen hat“, erklärt Regisseur und Hauptdarsteller Christian Suhr zur Einführung. „Geiz ist eben nicht geil, sondern Folge eines die Umwelt tyrannisierenden Misstrauens gegen jeden.“ Harpagon ist ein Musterbeispiel dieses von Suhr so genannten „Dagobert-Duck-Syndroms“: Aus Geldgier will der Witwer Tochter Elise und Sohn Cléante zwangsverheiraten, knausert in der Haushaltsführung und hat vor allem eine Geldkassette im Garten verbuddelt, um derentwillen er tausend Ängste aussteht und jedermann misstraut.
Den fürchterlichsten Job in so einem Haushalt hat der Koch, erläutert Suhr. „Der arme Kerl leidet entsetzlich, weil er aus zwei rohen Kartoffeln ein Festessen für zehn Personen zaubern soll.“ Diesen Koch Jacques spielt Claudio Altese, „ein Rohdiamant aus unserem Jugendclub, der gerade in Frühlings Erwachen aufgetreten ist.“ In der ersten Szene des Abends lässt sich der Koch verführen, seinem geizigen Dienstherren alle bösen Gerüchte über ihn zu erzählen – und bezieht am Ende Prügel dafür.
Erst einmal wird gelesen, dann muss Claudio Altese mit dem leeren Stuhl spielen und erst dann nimmt der Geizige wirklich Platz. In schönstem französischen Akzent berichtet der unglückliche Koch von all den Verleumdungen, die natürlich allesamt stimmen: Das der Geizige gegen Nachbars Katze prozessiert habe, weil sie ihm die Hälfte einer Hühnerleber weggefressen habe, und dass er den Pferden Hafer aus den Futtersäcken stehle. Der französische Akzent sorgt für Irritationen: Unter lautem Gelächter merkt eine Zuschauerin an, dass sie erst nach der dritten Wiederholung verstanden habe, dass kein Affe gestohlen wurde. In Feinarbeit wird nach und nach das Pathos in der Anklagerede gesteigert und die kleine Zuschauertribüne zum Fußballstadion, das aufgewiegelt werden soll.
Bestens aufgenommen vom Publikum wird die ausgefeilte Choreografie der nächsten Szene: Zornig die Messer wetzend taucht Koch Jacques auf – und erstarrt mitsamt Schneidegerät, als er die tief dekolletierte Heiratsvermittlerin Frosine (Mélanie Linzer) erblickt. Nach einem kurzen Blick (Regieanweisung: „nicht in die Augen!“), sollen die Messer wieder anfangen zu arbeiten, bis Frosine und Zuschauer um die Hände des verzückten Kochs fürchten müssen.

Bei der Büchnerbühne wird aus dem Diener LaFlèche eine bucklige, grummelnde Dienerin mit Sprachfehler, die in unglücklicher Liebe zum Koch entbrannt ist. Eine Paraderolle für Valerie Bolzano, die die Heiratsvermittlerin erst mit einem knurrigen: „Na, du fette Mausch“, begrüßt, um später herzergreifend zu winseln bei dem Stichwort „kuppeln“. Die Schauspielerinnen haben Mühe, ernst zu bleiben, das Probenpublikum bleibt es auf jeden Fall nicht. Am Ende der Probe gibt es noch eine nonverbale Begebenheit: „Stellen Sie sich vor, die Quietschente sei eine Kartoffel“, erklärt Regisseur Suhr zuvor den Zuschauern. Koch Jacques schält erst hingebungsvoll, dann immer panischer seine Quietschente, während Dienerin La Flèche besen- und hinternschwingend immer nähere Kreise zieht. Da muss nichts mehr geprobt werden, die Szene sitzt.
Im Anschluss entspinnt sich noch ein Gespräch über Kostümierung und die Frage der Modernisierung eines Stücks. Bei der Büchnerbühne bleibt die Komödie im 17. Jahrhundert, doch die Figuren sind zeitlos. Christian Suhr: „Das sind alles große Kinder mit einem ausgeprägten Kurzzeitgedächtnis, die Opfer ihrer Triebe werden.“

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27. Juni 2011  | üle

Stärke zeigen beim Traktorziehen

Kerweborsch: Beim Kreistreffen an der Leeheimer Sporthalle stehen Geselligkeit und Gaudiwettbewerb im Mittelpunkt

LEEHEIM. 

Verbissen zog am Samstag Kerweborsch Dennis Spahn zusammen mit seinem Kameraden Sascha Scharlach (dahinter) am Abschleppseil, um einen daran angebundenen Traktor 25 Meter weit zu ziehen. Ganze 17 Sekunden brauchten die beiden Biebesheimer nur dafür, vermutlich auch deshalb,  weil sie von Marcel Stoltze (links) und Frank Petner lautstark angefeuert wurden. Das Traktorziehen war eine von sechs Stationen des Gaudiwettbewerbs des Kreiskerweborschtreffens in  Leeheim. Foto: Robert Heiler

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Verbissen zog am Samstag Kerweborsch Dennis Spahn zusammen mit seinem Kameraden Sascha Scharlach (dahinter) am Abschleppseil, um einen daran angebundenen Traktor 25 Meter weit zu ziehen. Ganze 17 Sekunden brauchten die beiden Biebesheimer nur dafür, vermutlich auch deshalb, weil sie von Marcel Stoltze (links) und Frank Petner lautstark angefeuert wurden. Das Traktorziehen war eine von sechs Stationen des Gaudiwettbewerbs des Kreiskerweborschtreffens in Leeheim. Foto: Robert Heiler


Geschicklichkeit, Schnelligkeit und Trinkfestigkeit waren beim Gaudiwettbewerb des Kreiskerweborschtreffens (KKT) am Samstag an der Leeheimer Sport- und Kulturhalle gefordert. Sechs Disziplinen waren zu bewältigen vom Traktorziehen übers Traktorreifen rollen bis hin zum Bierathlon. Der Gesamtsieger, die Biebesheimer Kerweborsch, darf das Kreistreffen 2012 ausrichten.
Bis es zu den Gaudiwettkämpfen kam, hatten die Kerweborschgruppen aus dem Kreis Groß-Gerau bereits zwei Tage gefeiert. Dabei sah es zunächst aus, als würde die viertägige Veranstaltung eine nasse Angelegenheit werden. Denn kaum hatten die Leeheimer Kerweborsch am Mittwoch das Festzelt aufgebaut, stand nach einem heftigen Wolkenbruch alles unter Wasser. Doch in solchen Notsituationen zeigt sich, was echte Kerweborsch ausmacht: Gemeinsinn und Hilfsbereitschaft. Dank der vielen Helfer war alles auch schnell wieder trocken, berichtete Komiteemitglied Michael Steinmetz.
Damit stand dem Hessischen Frühschoppen mit Ebbelwoi und typisch hessischen Speisen am Donnerstag nichts mehr im Weg. Der Musikzug Leeheim und das Jugendorchester des FC Germania unterhielten musikalisch das Publikum, bei dem alle Altersgruppen vertreten waren, berichtete Steinmetz. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen, wir waren positiv überrascht von dem guten Besuch“, freute er sich. Auch die Rocknacht am Freitag, bei der die Band „Good News“ einheizte, begeisterte die Organisatoren durch gute Stimmung und gute Besucherzahlen.
Auftakt am Samstag beim Gaudiwettbewerb war das Meterbiertrinken, bei dem die Erweller Kerweborsch mit 104 getrunkenen Metern als Sieger hervorgingen. Traktorziehen und Traktorreifen rollen passten gut zur ländlichen Umgebung am Ortsrand von Leeheim. Die Astheimer Kerwemädscher bewiesen dabei den Spruch von Jasmin „Wir sind so eisern wie unsere Jungs“. Sie rollten blitzschnell den Reifen durch einen Hänger und um den Platz. Ausgerüstet mit Zelten und Schlafsäcken verbrachten die Astheimerinnen das komplette Treffen in Leeheim. Und Nine, Schary, Sabi und Emma waren sich mit Jasmin einig, dass mit dieser Ausrüstung und ihrem Grill der Aufenthalt richtig bequem war.
Als weitere Disziplin stand eine zusammengeklappte Bierzelt-Garnitur bereit, bestückt mit dem passenden Getränk. Die sollte möglichst schnell auf- und abgebaut werden. Die zugehörigen Bierflaschen mussten natürlich geleert werden. Wer dann noch über genügend Koordination verfügte, der schaffte es auch, eine vorgegebene Konstruktion aus Abwasserrohren in Höchstgeschwindigkeit zusammenzufügen.
Der sogenannte Bierathlon verlangte schließlich Geschicklichkeit und schnelles Trinkvermögen. Und angefeuert von ihren Kumpels mussten die Teams in einem Planschbecken mit dem Mund innerhalb von zwei Minuten kleine Schnapsflaschen angeln, die ein Mitstreiter sofort leeren musste. Taucher Marcel aus Crumstadt übertraf dabei den bestehenden Rekord von zwölf Flaschen.
Hendrik Melchior vom Leeheimer Organisationskomitee lobte die Zuverlässigkeit seiner Mitstreiter: „Es helfen alle mit, man kann sich auf jeden verlassen.“ 25 junge Frauen und 30 junge Männer gehören zu den Leeheimer Organisatoren. Eigentlich steht der Alkohol nicht unbedingt im Vordergrund, meint Marcel. Er selbst muss als Organisator zunächst einen klaren Kopf behalten und trinkt nur Cola. „Wenn sich jemand abschießen muss, ist das seine Sache“, meint er. Bisher habe es noch keine medizinischen Notfälle gegeben.
Und er hat lobende Worte für die Anwohner, die nicht ganz unbelastet blieben. „Wir haben allen Anwohnern Oropax geschenkt und können uns über die Leeheimer nicht beschweren, die sind alle sehr tolerant.“

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