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Mähen,
glecken, Garben binden
Heimat- und Geschichtsverein erntet Roggen auf
historische Art
LEEHEIM. Der Heimat- und Geschichtsverein (HGV) braucht Stroh
für den Brauch des Baumbindens an Sylvester. Nicht irgend ein Stroh,
sondern Roggenstroh, wegen der Länge. Daher zogen vergangene Woche
Vorstandsmitglieder und Helfer aus, um nach alter Väter Sitte die Frucht
einzubringen - in Bauschheim, dessen leichter Sandboden für Roggen gut
geeignet ist.
Die HGV-Männer schlüpften in Kordhosen mit zünftigen Hosenträgern,
karierte oder auch Leinenhemden Strohhut oder Stallkappe und derbes
Schuhwerk. Die Helferinnen staffierten sich - größtenteils aus
Museumsbeständen - mit rauer Leinenbluse, langem Baumwollrock mit
Schürze und weißem Kopftuch aus.
Als erstes wird das Reff geschärft
Auf dem Feld wurde das bereits im Museum gedengelte (ausgetrieben)
Reff - eine mit einem Holzbogen, der mit Fliegendraht bespannt ist,
ausgestattete Sense, die das Stehenbleiben des Kornes während des
Mähvorganges gewährleistet - mit dem Wetzstein aus dem "Schloggerfass"
geschärft.
Mit Kamera und Fotoapparat dokumentierten HGV-Vorsitzender Ludwig Jung und
Wolfgang Siebert, wie Karl Schaffner und Walter Schäfer mit gekonntem
Schwung einen Teil des Kornfeldes mähten. Die später für die Garben
benötigten Stricke drehte Hans Moldaner aus dem Mähgut. Nun kam der
große Auftritt von Anna Schwäch, Kätha Losert und Gertrud Siebert, den
sogenannten Gleckerinnen (Glecken kommt von Gelege). Sie nahmen die
gemähte Frucht mit Sicheln auf (glecken) und banden sie mit den
vorbereiteten Stricken zu Garben. Etwa 9 Garben wurden zu standfesten,
innen hohlen Haufen zusammengesetzt. Diese, so erinnerten sich die
Gleckerinnen, waren früher beliebte Kinderverstecke und so manches
Gewitter wurde unter ihnen fast trocken überstanden.
Zu Haufen gesetzt blieb die Frucht früher bis zur endgültigen Trocknung
auf dem Acker stehen. Danach wurde sie zum Dreschen eingebracht. In diesem
Falle nahmen die HGV-Helfer ihre Ernte mit nach Leeheim, um sie zu
gegebener Zeit im Museum zu dreschen. Dafür, so Jung, müssten aber erst
Leute gefunden werden, die noch mit dem Dreschflegel umgehen können. Ehe
die Erntehelfer den Heimweg antraten, lud Bauer "Moldaner" seine
"Knechte und Mägde" zu einem deftigen Frühstück mitten im
Stoppelfeld ein. evs.
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Kinder-
und Jugendzelten 2002
der
DLRG OG Leeheim
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Am 15. Juli gegen 14 00 Uhr trudelten nach und nach 16 Kinder und
Jugendliche ausgerüstet mit Schlafsack, Luftmatratze und guter Laune an
der DLRG-Station am Riedsee ein. Nachdem das große Zelt bezogen war,
wurde das Wasser getestet. Der ein oder andere wurde auch mal unfreiwillig
von der Gruppe ins kühle Nass befördert. Noch war das alles kein
Problem, denn die Sonne war noch da. Abends war Lagerfeuer angesagt und
was natürlich zu einem Zeltlager dazu gehört: Nachtwanderung. Dienstags
hatte der Wettergott keine Gnade, es regnete ununterbrochen. Innerhalb von
Minuten wurde der große Schulungsraum in ein Schlafquartier verwandelt.
Mit gespendeten Muffins gestärkt wurden dann alle vorhandenen und von
Eltern gebrachten Spiele ausprobiert. Von Mensch-Ärgere-Dich-Nicht bis zu
Twister: Es wurde nicht langweilig. Auch den Betreuern nicht: Einer von
den Vieren stand immer in der Küche um Nachschub zu besorgen. Es lässt
einen schon staunen, was Kinder an einem Tag so alles essen können. An
dieser Stelle auch vielen Dank an die Familie Nold, die kurzfristig eine
Friteuse zur Verfügung gestellt hat. Auch mittwochs war an Schwimmen
nicht zu denken. Dieser Tag wurde ebenfalls mit spielen und essen ausgefüllt.
Am Donnerstag hat die ganze Gruppe ein verspätetes Frühstück
eingenommen, denn die ersten sind erst um 11.00 Uhr aufgestanden.
Anschließend ging es auch schon ans packen, aufräumen und vorbereiten
von dem geplanten Abschlussgrillen mit den Eltern. Der Regen hatte
aufgehört und so konnte zum Abschluss mit allen Kindern noch mal Banane
gefahren werden. Dank der mitgebrachten Salate konnte auch ein reichliches
Grill-Buffet präsentiert werden. Alles in allem waren es sehr schöne
und lustige Tage, auch wenn die Sonne sich nur sehr selten hat blicken
lassen.
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Mit
Moses durch die Wüste
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Heldenlager Riedstädter Kinder nutzen eine Woche lang das
Ferienangebot der evangelischen Kirchengemeinden
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LEEHEIM.
Buntes Treiben herrschte vergangene Woche bei der
evangelischen Kirchengemeinde: Rund 50 Kinder zwischen sechs und elf
Jahren aus den Riedstädter Ortsteilen hatten in der Kirche und der Allee
ihr ‚Heldenlager“ aufgeschlagen. Die Idee dazu hatte Stefanie Höltje,
Jugendreferentin der evangelischen Kirchengemeinden Riedstadts. Unterstützt
wurde sie bei ihrem ersten selbst organisierten Ferienlager von einem bis
zu vierzehnköpfigen Helferkreis.
Eine Woche lang begleiteten die Kinder jeden Nachmittag den „Superhelden
Mose“ durch die Wüste, als er das Volk Israel aus Ägypten heimführte.
Passend zur Geschichte wurden zu den verschiedenen Stationen Bilder
gestaltet. Diese sollten dann zum Abschluss am Sonntag beim
Familiengottesdienst nach dem Café Allee eine entscheidende Rolle
spielen. Außerdem führte jedes Kind ein „Lagerheft“ mit Bildern, Rätseln
und Bastelarbeiten zur Geschichte.
Sofern Petrus ein Einsehen hatte, gab‘s täglich weitere Programmpunkte.
Unter anderem konnten die Kinder in Bastel-Arbeitsgemeinschaften zwischen
sieben verschiedenen Angeboten von Milchtütenflitzerbau bis zur
Blumentopfgestaltung wählen und Fantasie und Geschicklichkeit erproben.
Höhepunkt war ein Besuch bei der Feuerwehr
Einer
der Höhepunkte des Lagerangebots war am Mittwoch der Ausflug zur
Leeheimer Freiwilligen Feuerwehr. Dort erwartete die Kinder eine Führung
durchs Gerätehaus und ein tolles Programm. Begeistert zeigten sich die
Sprösslinge nicht nur bei der Inbetriebnahme des Martinshorns, sondern
auch im Spiel mit und im Wasserstrahl auf freiem Feld. Den krönenden
Abschluss des Lagerlebens bildete am Freitag ein Wüstenspiel mit mehreren
Stationen. Viele Schwierigkeiten und Hindernisse, von der Begegnung mit
einer Schlange bis hin zu „Überfällen“, mussten die einzelnen
Karawanengruppen auf diesem Parcours bewältigen.
„Es war zwar ganz schön anstrengend“, zog die Jugendreferentin
Bilanz, „aber es hat unheimlich viel Spaß gemacht.“ Davon konnten
sich auch die wartenden Eltern beim täglichen gemeinsamen, voller Eifer
gesungenen Abschlusslied in der Kirche überzeugen.
evs
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Demokratischer
Grundgedanke
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‚History-Tour“
— Historiker Metzner erinnert an die Königswahl 1024 am Kammerhof
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LEEHELM.
Ein steinernes Bildnis am Pumpwerk Kammerhof zeigt einen König auf
einem kräftigen Pferd. Darunter steht die Zahl 1024 - das Jahr, in dem
Konrad II. zum Monarchen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation
gewählt wurde. Vor seinem Porträt am Pumpwerk machte jetzt die „History
Tour“ Station, eine von SPD-Bundestagskandidat Gerold Reichenbach
initiierte Vortragsreihe mit dem Historiker Professor Ernst Erich Metzner.
Deren Sinn sei es, so Reichenbach, geschichtlich bedeutende Stätten im
Kreis Groß-Gerau stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.
Diesmal ging es ums Kämmerfeld zwischen Geinsheim und Leeheim, einst Ort
der Königswahl. Im Mittelalter war es laut Metzner üblich, dass die
deutschen Könige in Frankfurt gewählt und in Aachen gekrönt wurden.
Warum wurde 1024 ausgerechnet ein weites, damals vom Rhein umschlängeltes
Feld dazu bestimmt? Diese Frage beantwortet Metzner mit der Lage dieses
Gebiets bei Trebur, einer der Königspfalzen der Salier. Aus diesem
Geschlecht der niederrheinischen Franken sollte - das sei von vornherein
klar gewesen - der neue König kommen. Die zuvor mehr als hundert Jahre
herrschenden Ottonen seien 1024 ausgestorben. Nach damaliger Rechtsvorstellung
— bestimmt von demokratischen Grundgedanken, obwohl nur ein elitärer
Personenkreis wählen durfte - musste eine Wahl öffentlich geschehen,
erklärte Metzner. Das Volk habe das Procedere überwacht.
Der Dichter Ludwig IJhland habe sich im 19. Jahrhundert an die
mittelalterlichen Demokratie-Ansätze erinnert und in seinem Drama
„Herzog Ernst“ vom Ablauf der Königswahl bei Leeheim geschwärmt.
Damit beabsichtigte Uhland, wie Metzner erklärte, den damals
zerstrittenen deutschen Einzelstaaten vor Augen zu führen, wie schön
Einigkeit und Demokratie wäre.
Zurück zum mittelalterlichen Politereignis auf dem Kammerfeld: Mangels
natürlicher Bühne sei dort ein hölzernes Podest gebaut worden, damit
sich die Königskandidaten der Öffentlichkeit vorstellen konnten. Das
Gestell sei später abgerissenen worden. Um sich jedoch an den Standort zu
erinnern, habe man die Fläche „Stachel“ benannt, ein altes Wort für
eine Treppe mit einem Podest. Dieser Flurname sei bis heute erhalten
geblieben. „Direkt am Kammerhof“, erklärte Metzner, „muss also das
Gestell gewesen sein“.
dirk
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Während in der Evangelischen Kirche eine
Fotoausstellung interessante Durch- bzw. Einblicke bot, gab es in der
Allee Kaffee, Kuchen und Spiele für die großen und kleinen Besucher.
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