Baumbinden beim OGV - "Tunnelflucht in Berlin" / Lesung im Heimatmuseum - Neujahrsrundgang zur Pionierbrücke mit dem HGV - JHV Feuerwehr - Winterzauber am Riedsee - Konzert Musikzug in der Kirche - Rainer Hohl als Schneeräumer - Bruno's Räucherofen

 Baumbinden 2009

Wie schon jedes Jahr wurde auch zum Jahresabschluss 2009 in der Obstanlage des Obst- und Gartenbauvereins Leeheim das traditionelle Baumbinden zusammen mit dem Heimat und Geschichtsverein durchgeführt. Gartenfreunde und interessierte Bürger aus Leeheim und der näheren Umgebung trafen sich hierfür in der Obst- und Versuchsanlage des Vereins in der Erfelder Straße. Der 1.Vorsitzende des OGVs Herr Karl-Heinz Mittelstadt begrüßte alle Gäste recht herzlich und erklärten ausführlich den Sinn und Zweck des Baumbindens:

"Mit dem Beginn des halbstündigen Glockenläutens der evangelischen Kirche Leeheim ab 16 Uhr soll der alte überlieferte Brauch des Baumbindens durchgeführt werden. Dazu wird langfaseriges Roggenstroh zu etwa zwei fingerdicken Seilen zusammengedreht, um diese Strohseile dann anschließend um die Stämme der Obstbäume zu binden." Die Herstellung der Strohseile wurde von Herrn Karl-Heinz Mittelstadt fachgerecht demonstriert damit nicht schon zum Ende Glockengeläutes die ersten Strohseile wegen mangelnder Fachkompetenz bei der Erstellung wieder von den Obstbäumen hinunterfallen.

Anschließend konnte jeder der ca. 50 anwesenden Gäste sein Glück selbst probieren, was natürlich besonders den Kindern reichlich Freude bereitete.

Nach dem überliefertem Brauchtum sollen die so gebundenen Bäume im darauf folgenden Jahr reichlich Obst tragen und zusätzlich sollen die Strohseile über den Winter das Ungeziefer zum Unterschlupf anlocken. Im Frühjahr werden dann die Strohseile wieder von den Bäumen entfernt und mit dem Ungeziefer verbrannt.

Die Geselligkeit kam bei dieser Veranstaltung natürlich auch nicht zu kurz. Bei Glühwein, Kinderpunsch und kostenlosem „Leehmer Fettbrot" wurden noch diverse Gespräche gepflegt, bevor man sich mit einem traditionellen „Guten Rutsch ins Neue Jahr" verabschiedete. , Einen herzlichen Dank an alle Helfer und Gönner des Vereins, ohne die auch diese Veranstaltung nicht so erfolgreich durchgeführt werden könnte.

Besonderer Dank geht an Werner Steinmetz, der das Schmalz für die „Leemer Fettbrote" und den Kirschglühwein von den Kirschen aus dem Vereinsgarten des OGV's gespendet hatte. Einen Dank auch an Familie Fries aus Büttelborn, die das langhalmige Roggenstroh zur Verfügung gestellt hatte.

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Tunnelflucht in Berlin

Vortrag im Heimatmuseum

Dem dicht gedrängten Dezember-Terminkalender trotzend ist es dem Leeheimer Heimat- und Geschichtsverein noch rechtzeitig vor Ende des Jubiläumsjahres, in dem des Mauerfalles vor 20 Jahren gedacht wurde, gelungen mit dem Autor Rudolf Müller einen Zeitzeugen für eine Lesung im Heimatmuseum zu gewinnen. Rund 50 interessierte, durch die Teilung Deutschlands nicht unmittelbar betroffene Bürger Leeheims und Umgebung nahmen die dargebotene Gelegenheit wahr, sich direkt von einem Betroffenen anhand seiner Autobiographie „Tunnelbau in Berlin" über ein Mauerschicksal zu informieren.

Zu welchen Verzweiflungstaten diese unsägliche Mauer, Menschen in Ost- und Westdeutschland sowie vor allem in Ost- und Westberlin getrieben hat, schilderte der in Berlin Weißensee geborene und mehr als 20 Jahre mit seiner Familie auch in Leeheim wohnhaft gewesene Rudolf Müller in seiner Autobiographie. In eindrucksvoller Weise gewährte der Autor nicht einfach nur eine Leseprobe seines Werkes. Vielmehr zog er das interessierte Publikum in anschaulicher Weise mit seiner Schilderung über seinen, 1962 gemeinsam mit drei seiner Brüder und weiteren Helfern erfolgten Tunnelbau von West- nach Ostberlin in seinen Bann. Ziel war, die durch den Bau der Mauer am 13. August 1961 auseinander gerissene Familie endlich wieder zusammenzuführen. Dies ist ihm auf dramatische Weise gelungen. Allerdings sah er sich dabei aufgrund unvoraussehbarer Zwischenfälle gezwungen in Notwehr zur Waffe zu greifen. Dabei kam ein Ostberliner Grenzsoldat ums Leben. Dass ein junger Mensch für seinen Wunsch, die Familie endlich wieder bei sich zu haben, sein Leben lassen musste, sei furchtbar, weil unumkehrbar. Diese Last, so der Autor, bleibe ewig. Mit Hilfe der Alliierten gelangte Rudolf Müller mit seiner nun wieder vereinten Familie nach Westdeutschland, wo er sich vom Hilfsarbeiter im Stahlbau über mehrere Bildungswege unter anderem zum Sicherheitsingenieur und zum Sozialexperten beim Vorstand der IG Metall hocharbeitete. Daneben bekleidete er einige Ehrenämter, wie den Vorstandsvorsitz einer Berufsgenossenschaft und anderer Institutionen. 1992 wurde er für sein sozialpolitisches Ehrenamt mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Aber all diese Leistungen schützten Müller nicht vor der Berliner Justiz. 38 Jahre nach dem Tunnelbau wurde ihm nach dem Fall der Mauer 1999 der Prozess gemacht, dem die DDR-Stasiakten zugrunde lagen. Das Gericht befand Müller des Todschlags schuldig und verurteilte ihn zu einem Jahr auf Bewährung. Der Bundesgerichtshof hat dieses Urteil im Jahr 2000 in Mord umgewandelt, das Strafmaß allerdings bestätigt. Es gibt dazu viele offene Fragen, die sich nicht nur Rudolf Müller, sondern auch damalige Prozessbeobachter stellen. ...Die Presse merkte damals dazu an: „Damit machten die Gerichte sich zu Vollstreckern der DDR-Justiz. Das, Urteil ist bemerkenswert, nur ein Jahr auf Bewährung! Bei Mord?"

Etwa zwei Stunden hatten die Organisatoren für diesen Vortragsabend einkalkuliert. Daraus geworden sind rund vier Stunden, in denen das Publikum gebannt zuhörte und der Buchautor auch auf die vielen Fragen aus dem Publikum einging. Die Autobiographie von Rudolf Müller „Tunnelflucht in Berlin" ist im BoD Verlag (www.bod.de) unter der ISBN Nummer 3-8334-6104-7 erschienen.

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Neujahrsrundgang zur Pionierbrücke

Die derzeit vielerorts heiß diskutierte „Pionierbrücke" als Zuweg zum Schusterwörth war am ersten Samstag des neuen Jahres das Ziel des vom Heimat- und Geschichtsverein organisierten Neujahrsrundganges. Wetter und Thema passten. Bei strahlend blauem Himmel und trockener Kälte konnte der Vorsitzende Ludwig Jung am Treffpunkt mehr als 100 Personen zu dem rund zweieinhalbstündigen Marsch und anschließend gemütlicher Runde bei deftigem Eintopfgericht im Heimatmuseum begrüßen.

Die Pionierbrücke, so führte der Vorsitzende am Ziel aus, sei 1893 von 400 Pionieren über den östlichen Rheinarm geschlagen worden, um einen leichteren Zugang zum Schusterwörth zu erreichen. Nach etwa 30 Jahren sei sie baufällig abgerissen worden. Aus dem noch brauchbaren Holz habe ein Leeheimer Landwirt später eine Scheune auf dem Schusterwörth errichtet, die später nach Leeheim umgesiedelt worden sei. Ein kleines, etwa 120 Jahre altes Erinnerungsscheit dieser inzwischen ebenfalls abgerissenen Scheune habe ein Nachkomme dem Heimatmuseum zur Aufbewahrung übergeben. An gleicher Stelle wurde 1923 von der Landseite ein Damm in den Rheinarm aufgeschüttet und mit einer kleinen Brücke eine Verbindung zum Festland geschaffen. Obwohl nicht mehr von Pionieren errichtet, blieb der alte Name dieser, zur Verbindung zu dem heute noch beliebten Ausflugsziel, dem Schusterwörth erhalten.

Der Heimat- und Geschichtsverein Leeheim setzt sich mit einer Unterschriftenliste dafür ein, dass die Zufahrt in das Naherholungsgebiet Schusterwörth auch in Zukunft:

•       auch für gehbehinderte Menschen möglich ist

•       bei Schiffsunfällen u.Ä. von DLRG und Feuerwehr gut erreichbar ist

• die Landwirte ihre vom Land Hessen gepachteten Grundstücke ohne große Umwege (Umweltschutz) erreichen können.  

Die Pionierbrücke am Schusterwörth war am Samstag (02.01.) das Ziel des Gemarkungsrundganges, den der Heimat- u. Geschichtsverein Leeheim ausrichtete. Knapp über 100 Teilnehmer machten sich auf den 11 km langen Marsch. Hier zu sehen auf der Brücke.  Foto Robert Heiler

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Kleinere Brände ohne größeren Schaden

Hauptversammlung: Leeheimer Feuerwehr hält Rückschau auf das vergangene Jahr - Engagiert in Brandschutzerziehung

18. Januar 2010  |  kg

Seit 40 Jahren aktiv im Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Leeheim ist Hans-Arnold Dörr (Zweiter von rechts). Am Samstagabend wurde er zusammen mit Jochen Lohr (links) bei der Jahresversammlung in der Gaststätte Rheintal ausgezeichnet. Lohr ist seit 25 Jahren aktiv dabei. Wehrführer Jürgen Dörr (Zweiter von links) und Kreisbrandmeister Harald Sippel gratulierten. Foto: Robert Heiler

,,Von der Zahl und auch der Schwere der Einsätze war das Jahr 2009 insgesamt betrachtet ein eher ruhiges Jahr." Diese Bilanz zog Jürgen Dörr, Vorsitzender und Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Leeheim, bei der Jahresversammlung am Samstagabend in der Gaststätte ,,Zum Rheintal". Er lobte vor allem, dass durch das schnelle Eingreifen der Wehr ,,insbesondere bei den kleineren Bränden größerer Schaden verhindert" werden konnte. Auch würdigte er, dass dank der schnellen Alarmierung durch die Anwohner etwa beim Brand an der evangelischen Kindertagesstätte im August ein Übergreifen des Feuers auf das Gebäude vermieden werden konnte.

Die Rückschau auf das vergangene Jahr stand in der von 41 Aktiven besuchten eineinhalbstündigen Versammlung im Vordergrund. Dabei lobten auch Kreisbrandmeister Harald Sippel, Stadtbrandinspektor Klaus Hochmuth und Stadtrat Karlheinz Effertz die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer. Zudem galt es für den nach drei Jahren turnusgemäß ausscheidenden Kassenprüfer Wilhelm Wald einen Nachfolger zu wählen. Einstimmig votierte die Versammlung für Hans-Arnold Dörr.

Zudem wurden zahlreiche Mitglieder für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz bei der Feuerwehr geehrt. Seit 40 Jahren gehört Hans-Arnold Dörr der Einsatzabteilung an, der dafür das goldene Brandschutzehrenzeichen am Band erhielt. Mit dem silbernen Brandschutzehrenzeichen für 25 Jahre aktiven Feuerwehrdienst ausgezeichnet wurden Jochen Lohr und Max Schäfer. Für 50 Jahre passive Mitgliedschaft wurde Willi Bonn geehrt. Seit 25 Jahre sind Lisel Baier, Hendrik Behrends, Werner Bonn, Thomas Böttger, Helga Keil und Karin Schaffner Mitglied im Feuerwehrverein.

Kevin Abraham, Sven Lochmann und Marcel Schäfer wurden zu Feuerwehrmännern befördert, Pascal Schwarz zum Hauptfeuerwehrmann, Richard Antoniuk zum Oberlöschmeister und Kai Dickhaut zum Brandmeister.

nsgesamt hatte die Leeheimer Feuerwehr, so der Wehrführer, zum Jahresende 688 Mitglieder, darunter 78 Aktive, 36 Angehörige in der Alters- und Ehrenabteilung und 32 in der Jugendwehr.

2009 sei die Wehr zu 19 Einsätzen gerufen worden, die sich in sieben Brände, vier Hilfeleistungen und drei Fehlalarme unterteilten. Dabei seien 270 Arbeitsstunden geleistet worden. Zudem rückte die Führungsstaffel fünfmal riedstadtweit mit dem Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) aus.

Der Besuch von Fortbildungsveranstaltungen außerhalb des normalen Übungsdienstes verringerte sich 2009 nach den Rekordzahlen des Vorjahres auf einen ,,durchschnittlichen Wert", stellte Jürgen Dörr fest. Insgesamt besuchten Angehörige der Einsatzabteilung 19 Lehrgänge und Seminare auf Landes- und Kreisebene und brachten dafür 580 Stunden auf. Dörr appellierte an seine Kameraden, auch künftig Lehrgänge zu besuchen. So böten unter anderem Seminare an der Landesfeuerwehrschule und des Kreisfeuerwehrverbandes eine hervorragende Möglichkeit, sich fortzubilden.

Auch Kreisbrandmeister Harald Sippel betonte die Notwendigkeit von Fortbildung und rief die Einsatzkräfte auf, Themen für Seminare vorzuschlagen, die sich aus ihrer Arbeit ergeben. So sei beispielsweise der richtige Umgang mit Fotovoltaikanlagen im Brandschutz ein aktuelles Thema, das bereits in das Fortbildungsprogramm aufgenommen wurde.

Erinnert wurde bei der Versammlung unter anderem an das Grillfest, ein internes Schlachtfest, das Tischfußballturnier und die riedstadtweite 24-Stunden-Übung der Jugendfeuerwehr. Daneben hatte die Feuerwehr an mehreren Tagen Kinder der Grundschule und der Kindergärten zu Besuch

,,Die Brandschutzerziehung wird von uns sehr gern übernommen, wenngleich sie uns auch vor zeitliche und organisatorische Probleme stellt", resümierte Dörr. Denn für die Erziehung, die immer vormittags unter der Woche stattfinde, müssten die Aktiven Urlaubstage opfern. Dennoch investierten die Feuerwehrmänner gern ihre Zeit, damit Kinder das richtige Verhalten im Ernstfall erlernen. Zudem, so Dörrs Hoffnung, werde durch die Erziehung ,,vielleicht der eine oder andere Grundstein für einen späteren Eintritt in die Feuerwehr gelegt". Schließlich rekrutierten sich die Einsatzabteilungen der Feuerwehren heutzutage nahezu ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs.

Die Jugendfeuerwehr, berichtete deren Leiter Michael Simon, traf sich 2009 zu 13 theoretischen und 21 praktischen Unterrichten sowie zu Veranstaltungen wie einem Tagesausflug zur Berufsfeuerwehr Frankfurt. Der Jugendfeuerwehrwart dankte allen, die die Jugendwehr unterstützten, insbesondere den erfahrenen Feuerwehrkameraden.

Mit der Ankündigung der Jahresversammlung der Riedstadt-Feuerwehren am 28. März (Sonntag) ging die Tagung zu Ende.

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Mit fünf Fuhrwerken unterwegs

Winterzauber: DLRG-Jugend Leeheim sammelt ausgediente Weihnachtsbäume ein - Rund 200 davon werden verbrannt

12. Januar 2010  |  kgr

Eine schönere Kulisse hätten sich die Besucher des ersten Leeheimer ,,Winterzaubers" an der DLRG-Station am Riedsee nicht vorstellen können: eine Schneelandschaft, die das Gelände in eine Märchenwelt verwandelte. Rund 200 Besucher waren am Samstagabend der Einladung der DLRG Leeheim gefolgt und zum Winterzauber an den See gekommen.

Dort verbrannte die Ortsgruppe ausgediente Weihnachtsbäume und verköstigte die Besucher mit Flammkuchen, heißen Würstchen sowie Getränken. Seit mehr als 30 Jahren, so erinnerten sich langjährige Mitglieder der DLRG, verbrenne die Ortsgruppe am Riedsee Tannenbäume, die sie zuvor in Leeheim eingesammelt hat. Doch zum ersten Mal habe sie das Ereignis unter das Motto Winterzauber gestellt.

,,Die Ausschmückung haben wir zum ersten Mal", erzählte auch Gerald Lohr, der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe. Auch die Dekoration mit Baumfackeln und normalen Fackeln, die den Besuchern bei der eisigen Kälte wohlige Wärme spendeten und das Gesamtbild noch verschönerten, sei neu.

Dass das Verbrennen der Weihnachtsbäume an ein Motto geknüpft wurde, hängt auch damit zusammen, dass das Verfeuern von Bäumen nicht mehr ohne weiteres zulässig ist. Die DLRG verbrannte daher auch, in Absprache mit der Stadt Riedstadt, weniger Weihnachtsbäume als in den Vorjahren, berichtete Lohr. Rund 200 Christbäume - das entspricht zwei Traktorladungen - warfen die Rettungsschwimmer in das Feuer und fachten dieses somit mehr als anderthalb Stunden immer wieder an. Weitere sieben Ladungen Weihnachtsbäume hatten die DLRG-Mitglieder zur Kompostierungsanlage in Erfelden transportiert.

Wie viele Bäume sie bei ihrer rund sechs Stunden dauernden Sammelaktion in Leeheim auf die Rollen geworfen hatten, wussten sie nicht genau. ,,800 bis 1000 Bäume dürften wir eingesammelt haben", schätzte Lohr, wollte sich jedoch nicht festlegen. Insgesamt 50 ehrenamtliche Helfer, unter ihnen mindestens die Hälfte Kinder und Jugendliche, hatten die Weihnachtsbäume in Leeheim abgeholt und dafür kleine Spenden erbeten.

Traditionell organisiert die DLRG-Jugend das Christbaumsammeln, so dass auch ihr die Spenden zugute kommen. ,,Das Geld verwenden wir für die DLRG-Jugendarbeit: für Ausbildung, Ausrüstung oder auch Ausflüge", berichtete Lohr. So wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise neue Schwimmflossen für die Kinder und ein Mannschaftszelt finanziert. Auch konnten die Kinder einen Ausflug in ein Spaßbad unternehmen, erzählte er. Auch dieses Jahr werde man schauen, was die Jugend brauche.

Beim Einsammeln der Bäume wurden die Kinder und Jugendlichen von erwachsenen DLRG-Mitgliedern unterstützt. ,,Da die Tannenbäume schwer sind und die Anhänger höher als früher, müssen auch wir Älteren helfen", erzählte Lohr. Der Fünfundvierzigjährige kann sich selbst noch gut daran erinnern, wie er schon als Kind in Leeheim Weihnachtsbäume mit einsammelte. Besonderen Dank zollte er den Landwirten des Stadtteils, die für die Aktion jedes Jahr ihre Traktoren samt Anhängern zur Verfügung stellen und fahren. Immerhin fünf Fuhrwerke rollten am Samstag durch die Straßen des Stadtteils.

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26. Januar 2010  |  kgr

Musikalischer Bogen von Klassik bis Moderne

Neujahrskonzert: Musikzug Leeheim spielt in der voll besetzten Leeheimer Kirche

LEEHEIM. 

Der Musikzug des FC Germania spielte am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche Leeheim. Markus Petri dirigierte. 

Foto: Robert Heiler

 

Kaum ein Platz war am frühen Sonntagabend in der evangelischen Kirche frei. Dorthin hatte der Musikzug des Stadtteils zum Neujahrskonzert geladen. Schon nach wenigen Takten erfüllten die Klänge der Holz- und Blechbläser wie auch der Rhythmusinstrumente den gesamten Kirchenraum. Bei der schwungvollen Musik wippte manch ein Besucher mit dem Fuß im Takt mit.

In dem rund anderthalbstündigen Konzert schlug der Musikzug einen Bogen von der Klassik bis zur Moderne. Seit dem letzten Auftritt kurz vor Weihnachten war nur wenig Zeit, sich auf den Auftritt vorzubereiten und neue Stücke einzustudieren, wie Dirigent Markus Petri erzählte, der das breit gefächerte Programm zusammengestellt hatte. Mit ihrem Spiel entführten die rund 30 Musiker die Zuhörer in die Welt des Musicals, der Marschmusik, des Walzers und vielem anderen mehr.

Ein Höhepunkt des Konzerts, wie es Moderatorin Marita Baldewein bezeichnete, war die Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel. Sie freute sich, dass der Musikzug dieses ,,großartige Werk" in der Kirche aufführen konnte und erinnerte daran, dass die Uraufführung des Werks 1749 im Londonder Green Park in einem Desaster endete: Damals fingen die für das Feuerwerk errichteten Bauten und Dekorationen Feuer und brannten nieder.

Auf ihrer musikalischen Reise nahmen die Musiker ihre Gäste mit ,,Highland Cathedral" mit ins schottische Hochland. Sie bezauberten mit dem ,,Persischen Marsch" von Johann Strauß in einem Arrangement von Otto Wagner mit orientalisch anmutender Musik, die an die Geschichten aus 1001 Nacht erinnerte. Sie entführten die Zuhörer in das Labyrinth unter der Pariser Oper, als sie Melodien aus dem Musical ,,Phantom der Oper" anstimmten. Auch reisten sie gemeinsam mit dem Publikum in ,,Antonins New World", ein Stück, in dem Antonin Dvo?ák Erinnerungen an die amerikanische Folklore mit slawischen Motiven vermischt hat.

Zudem spielte der Musikzug auch ,,ein Stück, das unbedingt hier in die Kirche passt", wie Baldewein meinte: ,,Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber. Er stimmte, passend zur Jahreszeit, den Walzer ,,Die Schlittschuhläufer" an und erinnerte mit Melodien aus Leonard Bernsteins ,,West Side Story" an die tragische Liebesgeschichte von Tony und Maria. Die Musiker verabschiedeten sich schließlich mit dem Abba-Stück ,,Happy New Year", bevor das Publikum ihnen noch zwei Zugaben abverlangte.

Zum Abschluss des Konzerts bat der Musikzug, der keinen Eintritt erhoben hatte, um Spenden. Diese sollen seinem Jugendorchester sowie dem evangelischen Kindergarten Leeheim zu Gute kommen.

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28. Januar 2010  | Von Wulf-Ingo Gilbert

,,Danke für die großartige Idee"

Engagement: Rainer Hohl ist in Leeheimer Straßen mit Rasenmäher und Räumschild als Schneekehrer unterwegs

LEEHEIM. 

Als Schneeräumer in einem Teil Leeheims unterwegs: Rainer Hohl hat einen Aufsitzrasenmäher mit einem Räumschild ausgestattet, um die weiße Pracht von den Gehsteigen zu beseitigen. Foto: Wulf-Ingo Gilbert


,,Ei, unser Engel", ruft eine Patientin, als sich Rainer Hohl bei seinem Arzt in Leeheim ein Rezept abholt. Verwundert blickt der Fünfundvierzigjährige sie an. Denn wie ein Engel sieht er nicht gerade aus. Vielmehr etwas verwegen in seiner Biker-Kluft mit dem Abzeichen des Wallerstädter Motorclubs MC Hawks auf dem Rücken, langem, spitzem Vollbart und der Baseballmütze verkehrt herum auf dem Kopf, unter der das Haar zu einem kurzen Zopf geflochten ist. ,,Ei, Sie räumen doch bei uns, da kann ich morgens länger liegen bleiben", schiebt die Frau aufgrund des fragenden Blicks nach.

Anlass für ihre Begeisterung ist eine Idee, die der schwer herzkranke gebürtige Schweizer hatte, als Tief Daisy mit jeder Menge Schnee im Gepäck für Aufregung sorgte. ,,Der Mann meiner Cousine ist auch schwer krank und kann keinen Schnee schippen. Aber er hat einen Aufsitzrasenmäher und ich habe einen Räumschild", erzählt Hohl. Und so montierte und schweißte der Kraftfahrzeugmeister, der bei Cummins Diesel in Groß-Gerau mit Logistik und Organisation von Ersatzteilen beschäftigt ist, den mit einem Hebel zum Ausrichten versehenen Schild an den Mäher.

Ein Testlauf kurz vor Eintreffen der Schneefront verlief erfolgreich, und so rückte der Leeheimer am folgenden Abend der mittlerweile eingetroffenen weißen Pracht motorisiert zu Leibe. Zunächst auf dem Bürgersteig vor seiner Hofreite in der Kirchstraße. Und dabei dachte er sich, ,,wenn ich schon so einen Krach mache, dann räum' ich auch gleich bei den Nachbarn". Gesagt, getan, fuhr der Rasenmähermann, der sonst eher im Motorradsattel oder mit seinem Chevrolet K 30 Military unterwegs ist, die Kirchstraße rauf und runter und schob den Schnee beiseite.

Klar, dass danach bei der Verwandtschaft in der Erfelder Straße ebenfalls geräumt werden musste. Also warum nicht gleich auch die Bürgersteige der dorthin führenden Schulstraße säubern. So blieb der Räumschild auf dem Weg zur Cousine unten. Desgleichen beim Rückweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Und ein Teil der Erfelder Straße wurde gleich mit schneefrei gemacht.

Überrascht und begeistert ist Rainer Hohl von der Reaktion seiner Mitbürger. Der frühere Apotheker sei mit einer Flasche Rotwein hinter ihm hergelaufen, schildert er, ein anderer Anwohner habe ihm beim Metzger zehn Euro Benzingeld zugesteckt. Bei seiner Rückkehr von der Arbeit habe er vor seiner - von der Schweizer Fahne gezierten - Haustür schon Schokolade ,,von Rolf und Gabi" vorgefunden, oder Kuchen. ,,Danke für die großartige Idee", heißt es auf einem Umschlag von Arnold und Gerda mit einem Gutschein einer örtlichen Gaststätte.

Bei aller Begeisterung über den Erfolg seiner Aktion - auch nachdem Tief Ina neuen Schnee gebracht hatte, war er wieder unterwegs - , stellt der Fünfundvierzigjährige aber fest: ,,Ich mach das nicht wegen der Geschenke, sondern, weil ich dahin muss." Mit ,,dahin" ist das Anwesen seiner Verwandten gemeint. ,,Und ich mache es für den Spaß, einfach für mich", ergänzt er und versichert: ,,Für Geld würde ich es nicht tun." Denn - sagt der Mann, dessen einer Unterarm mit seinem Spitznamen ,,Schweizer" tätowiert ist und der andere mit ,,Heart Attack" und dem Datum seines Herzinfarktes - aufgrund seiner Krankheit ,,betrachte ich vieles aus einem anderen Blickwinkel".

Und so wird der ,,Schweizer" wohl auch heute wieder den Rasenmäher aus der Scheune holen, falls die nächste Schneefront über das Ried hinweg gezogen ist - vorausgesetzt seine Gesundheit lässt es zu. Denn, wenn ein Tief kommt, kann es sein, dass der freundliche Nachbar unter massiven Herzproblemen leidet.

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29. Januar 2010  | Von Anke Mosch

Jeden Freitag gibt es frischen Backfisch

Fischhandel: Bruno Grischek in Leeheim hat mit seinem ,,Räucherofen" eine Liebhaberei zum Lebensunterhalt gemacht

LEEHEIM. 

Fisch frisch, gebacken, geräuchert oder gebeizt, dazu weitere Fischprodukte und Meeresfrüchte, verkaufen Bruno und Edith Grischek auf Märkten der Umgebung und in Leeheim in der Schulstraße 65. Foto: Robert Heiler


Der Mensch soll sich gesund und ausgewogen ernähren, reichlich knackfrisches Gemüse, Salat und Obst essen. Supermärkte wie Discounter haben da nicht immer das geeignete Angebot für jeden. Favoriten für den Einkauf saisonaler Produkte aus der Region sind landwirtschaftliche Direktvermarkter, die ihren Kunden nicht nur frische Waren, sondern auch meist freundlichen Service garantieren. Das ECHO stellt einige von ihnen aus dem Ried in lockerer Folge vor.
Öffnungszeiten:
...

Mittwochs 16 bis 18 Uhr Verkaufswagen vor dem Haus, freitags 11.30 bis 13.30 Uhr Backfisch im Gartenhäuschen

Mit einem selbstgebauten Räucherofen für den Eigenbedarf fing alles an. ,,Den hat mir mein Sohn Oliver vor vielen Jahren aus Edelstahl zusammengebaut, weil ich ein leidenschaftlicher Angler bin", erzählt Bruno Grischek. Fortan räucherte er seinen Fang selber und hängte auch schon mal für Freunde und Nachbarn den einen oder anderen Fisch in den Rauch.

Doch dann wurde der gelernte Schriftsetzer mit 53 Jahren arbeitslos. ,,Ein ganz schlechtes Alter", musste er erkennen ,,und so kam die Idee, das Ganze gewerbsmäßig aufzuziehen". Das war vor fünf Jahren die Geburtsstunde von ,,Brunos Räucherofen".

Mit einem Pavillon und transportabler Kühltheke ging Bruno Grischek auf mehrere Märkte und bot frisch geräucherten Fisch, Marinaden und Salate an. Schnell musste er erkennen, dass dieses relativ kleine Angebot nicht zum Überleben reicht. Also wurde ein Verkaufsanhänger mit langer Kühltheke angeschafft, so dass er sein Angebot erweitern konnte. Seitdem gibt es bei ihm auch Frischfisch, hausgebeizten Lachs und Backfisch zu kaufen.

Die Märkte sind nach wie vor Haupteinnahmequelle für Bruno Grischek, aber auch die Leeheimer kommen in den Genuss seiner Fischspezialitäten: Mittwochnachmittags, wenn er vom Treburere Markt zurück ist, verkauft er aus dem Wagen vor seinem Wohnhaus in der Schulstraße 65 alle Leckereien, die er auch auf den Märkten anbietet.

Seine Stärke ist seine Flexibilität. ,,Es kommt immer mal jemand, der für den nächsten Tag fünf Forellen geräuchert haben möchte. Und wenn ich die Zeit habe, mache ich das auch gern", erklärt Bruno Grischek. Von Anfang an gab es auch den Partyservice der Grischeks, bei dem für Feiern Fischplatten bestellt werden können. Aus dem öffentlichen Leben Leeheims ist ,,Brunos Räucherofen" auch nicht mehr wegzudenken. So ist er auf dem Weihnachtsmarkt mit dabei und liefert zur Kappensitzung Fischbrötchen.

Immer freitags wird außerdem eine der beiden Holzhütten im Garten der Grischeks geöffnet. Dann verkauft Ehefrau Edith Backfisch, garantiert frisch zubereitet. ,,Ich backe nichts vor, sondern erst auf Bestellung der Kunden wird der Fisch paniert und frittiert", betont Edith Grischek. Beliebtester Backfisch ist ihrer Erfahrung nach Kabeljau, hart gefolgt von Rotbarsch. Aber auch Seelachs und Pangasius werden oft verlangt und von ihr gebacken. Die zweite Holzhütte kommt erst wieder ab dem 1. Mai zum Einsatz, dann verkaufen die Grischeks den Sommer über frisches Eis in zwölf Sorten.

Für diesen Sommer plant Bruno Grischek etwas Besonderes für Fischliebhaber: Alle vier Wochen möchte er einen Samstag unter ein bestimmtes Motto stellen. ,,Das kann mal ein bestimmter Fisch sein, oder auch eine besondere Zubereitungsart", erklärt der Fischspezialist. So kann er sich gut vorstellen, an einem Samstag mal zu grillen. Tipps wie Fisch gegrillt werden muss, gibt es garantiert gratis dazu: ,,Viele machen den Fehler, einen Fisch zu behandeln wie ein Steak, dabei braucht er wenig Temperatur, damit er saftig bleibt".

Wenig Temperatur und vor allem viel Geduld braucht er auch bei einer seiner großen Spezialitäten: kaltgeräuchertem Lachs. Fünf bis sieben Tage wird der Lachs bei höchstens 28 Grad warmem Rauch geräuchert, das erfordert etwas Vorausplanung - und nicht zu hohe Außentemperaturen. ,,Im Sommer kommt es vor, dass ich nur nachts kalt räuchern kann, weil es tagsüber zu heiß wird", grinst Bruno Grischek.

Seinen Frischfisch bezieht er vor allem aus Holland, Forellen und Saiblinge aus dem Taunus. Neben diesen beiden Hauptlieferanten kauft Grischek aber auch bei anderen Fischhändlern, vergleicht ständig die Angebote. ,,Fisch ist ein Tagesgeschäft, da verändern sich ständig die Preise", erklärt er. So kann es Preisunterschiede bis zu vier Euro pro Kiste geben. Dennoch ist der Preis für ihn nicht alles: ,,Die Qualität muss schon stimmen", betont er.

Dienstag ist für Bruno Grischek der Haupträuchertag, mittwochs steht er mit seinem Verkaufswagen von 10 bis 14 Uhr in der Hauptstraße in Trebur, donnerstags ist er von 8 bis 13 Uhr auf dem Markt in Bischofsheim zu finden und freitags von morgens bis 19 Uhr abends in Frankfurt-Preungesheim. Dazu kommen noch die großen, ganztägigen Märkte wie der Bauernmarkt in Darmstadt oder Altstadtfeste, zu denen er dann auch seinen mobilen Räucherofen mitnimmt.

Die Leidenschaft für Fisch ist Bruno Grischek bisher trotz der langen Tage nicht verlorengegangen und er isst auch gern noch Fisch. Genau wie seine vier Enkel, die eine Vorliebe für Lachs haben - den heiß geräucherten übrigens, den der Opa natürlich auch im Angebot hat.

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