Radweg Leeheim-Geinsheim - Postfiliale schließt - Familienbuch wird vorgestellt  - Weihnachtskonzert im Kerzenschein

02. Dezember 2011  | jaf

Ein Radweg von Geinsheim nach Leeheim?

Ausschuss: Sanierung von Feldwegen wird diskutiert – Verwaltungsstelle Geinsheim während Sperrung öfter besetzt

TREBUR. 


Die Verwaltungsstelle in Geinsheim wird im kommenden Jahr während der Vollsperrung der Landesstraße zwischen Trebur und Geinsheim an den Nachmittagen besetzt sein. Das kündigte Bürgermeister Jürgen Arnold (parteilos) am Mittwochabend in der gemeinsamen Sitzung aller drei Ausschüsse an.
Die GLT hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, die Außenstelle an dreieinhalb Tagen in der Woche zu besetzen. Nach der Auskunft des Verwaltungschefs zog sie ihren Antrag aber zurück. Wermutstropfen: Wenn die entsprechende Mitarbeiterin in Geinsheim ist, kann sie nicht zeitgleich in Trebur sein. Wer einen entsprechenden Termin brauche, müsse dann trotz der schwierigen Verkehrssituation nach Geinsheim kommen, sagte Arnold.

Eine Sanierung des Riedwegs, die die FDP beantragt hatte, soll in Zusammenarbeit mit dem Regionalpark erfolgen. Der Gemeindevorstand soll in Verhandlungen darüber treten, ob Geld zu erwarten ist. Der aktuelle Zustand sei schlimm, begründete Volker Cavelius für die Liberalen den Antrag. „Keiner weiß, wo er hin soll. Keiner weiß, ob er rechts oder links fahren soll.“ Alois Diel von der Verwaltung rechnete aus, dass eine komplette Sanierung des Weges rund eine Million Euro kosten dürfte. Cavelius kam das „ein bisschen viel“ vor. Victoria Scheler Eckstein verwies auf den Regionalpark und warb darum, auszuloten, was gemeinsam mit diesem machbar sei.
Genau das soll Bürgermeister Arnold jetzt machen – ausdrücklich mit dem Auftrag, lediglich zu prüfen und nicht, um einen sofortigen Antrag zu stellen. Denn, wie Arnold sagte: „Wenn wir den stellen und der Regionalpark lehnt ab, dann ist das Projekt für immer gestorben.“
Ebenfalls sanieren lassen wollen die Liberalen den Feldweg von der Landesstraße 3012 zum Oberwiesensee, außerdem soll geprüft werden, ob ein Radweg zwischen Geinsheim und Leeheim machbar ist, da viele im Sommer mit dem Rad an den Riedsee fahren und dort teilweise ziemlich schnell gefahren wird, wie Ausschussvorsitzende Barbara Fuchs (GLT) aus eigener Erfahrung festgestellt hat.

Der Antrag kommt von der CDU. Ihm verschließt sich die Verwaltung nicht, zumal davon ausgegangen wird, dass einen solchen Radweg das Land bezahlen würde. Geinsheim sei sowieso nicht allzu sehr betroffen, sagte Arnold, da die Grenze zur Leeheimer Gemarkung „knapp 200 Meter hinter dem Ortsschild“ liegt. Soll heißen: Sogar wenn die Kommunen etwas dazu beitragen müssten, würde es für Trebur nicht allzu teuer.
Hans Wilhelm Girresch berichtete, dass es auch in Riedstadt-Leeheim solche Überlegungen gäbe. Es mache Sinn, das Radwegenetz zu schließen, fand auch Bürgermeister Arnold.
Das Thema sei schon einmal diskutiert worden, doch dann hätten sich die Prioritäten verschoben. Zahlen müsse auf jeden Fall das Amt für Straßen- und Verkehrswesen (ASV), das ja auch für den Radweg von Geinsheim aus an den Kornsand aufkommen müsse. Dort seien die Planungen weit vorangekommen, gebaut würde aber immer noch nicht.
Harald Frick (GLT) warnte in diesem Zusammenhang davor, zwei Radwege gleichzeitig zu planen und zu provozieren, dass die Kommune Prioritäten setzen müsse. Dies müsse sie sicher nicht, beruhigte Arnold.
Beim Weg zwischen Oberwiesensee und Landesstraße rechnete Alois Diel von der Verwaltung aus, dass eine Sanierung 300 000 Euro koste. Volker Cavelius (FDP) mochte das nicht glauben („Da baut man ja drei Häuser von!“) und bot an, die genauen Bereiche, die saniert werden sollten, noch einmal fotografisch nachzuliefern. Dies soll zeitnah geschehen.

Für den Haushalt 2012 sollen auch die Kiesabbauer in die Pflicht genommen werden: Auf Antrag der CDU beschlossen die Ausschüsse, den Förderzins für Kies und Sand im kommenden Jahr zu verdoppeln und dann pro Jahr um weitere fünf Prozent zu steigern. Welche Summen erzielt werden können, blieb offen.
Bürgermeister Arnold warnte davor, Vertragsinhalte in öffentlicher Sitzung zu diskutieren. Jürgen Roos hatte für den Antragsteller CDU etwas süffisant davon gesprochen, dass „damit ja auch ein bisschen Planungssicherheit für die Abbauer verbunden ist“.
Bei dem Unions-Antrag spiele es ausdrücklich keine Rolle, ob gegen den Kiesabbau geklagt werde oder nicht. Nach Angaben von Diel ist vertraglich vereinbart, dass pro Jahr „mindestens 15 000 Euro“ an Zins gezahlt werden müssen.

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07. Dezember 2011  | ute

Postfiliale schließt

Dienstleistung – : In Leeheim wird ein neuer Partner für Brief- und Paketversand gesucht

Ab Februar ist dicht. Mitarbeiterin Carmen Schorsch (Foto) würde weitermachen, doch laut Betreiberin Elvira Raschke rechnet sich das Geschäft nicht.  Foto: Robert Heiler

| Vergrößern | Ab Februar ist dicht. Mitarbeiterin Carmen Schorsch (Foto) würde weitermachen, doch laut Betreiberin Elvira Raschke rechnet sich das Geschäft nicht. Foto: Robert Heiler

LEEHEIM. 


Die Deutsche Post AG hat den Riedstädter Bürgermeister Werner Amend schriftlich davon unterrichtet, dass die Postfiliale in Leeheim, Hauptstraße 49, Ende Februar schließen wird. Die Post ist derzeit bemüht, einen neuen Filialpartner innerhalb des Stadtteils zu suchen. Sobald der neue Standort und ein Eröffnungstermin feststehen, erhält die Stadt erneut Nachricht.
Bis zur möglichen Eröffnung einer neuen Postservicestation verweist die Regionalleitung Südwest der Serviceniederlassung Filialen der Deutschen Post auf ihr Angebot im Internet. Unter www.deutschepost.de/postfinder können sich Kunden nach Eingabe ihres Standorts Adressen, Öffnungszeiten und das Leistungsangebot von Filialen in ihrer Nähe anzeigen lassen. Auch die Standorte von Briefkästen inklusive deren Leerungszeiten und anderer Post-Angebote lassen sich so ermitteln, heißt es in dem Schreiben an die Stadt.
„Die Stadt hat keinen Einfluss auf das Geschäftsgebaren der privatwirtschaftlich organisierten Post AG und muss sich daher auf eine Weitergabe der Information beschränken“, bedauert der Bürgermeister.

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12. Dezember 2011  | amo

Blick auf 300 Jahre Vergangenheit

Geschichte – Heimatverein Leeheim legt nach mehr als 20 Jahren Forschung Buch über Familiengeschichte(n) vor

1375 Seiten hat das „Familienbuch Leeheim 1600 – 1900“, das der Heimat- und Geschichtsverein Leeheim am Freitagabend vorstellte. Vorsitzender Ludwig Jung verteilte die ersten Exemplare und las auch Passagen aus dem Buch vor. Foto: Robert Heiler

| Vergrößern | 1375 Seiten hat das „Familienbuch Leeheim 1600 – 1900“, das der Heimat- und Geschichtsverein Leeheim am Freitagabend vorstellte. Vorsitzender Ludwig Jung verteilte die ersten Exemplare und las auch Passagen aus dem Buch vor. Foto: Robert Heiler

LEEHEIM. 


Lediglich einen Schlag benötigte Bürgermeister Werner Amend, dann war das Fass Winterbock angezapft. Während die ersten Biere ausgeschenkt wurden, ging ein Raunen durch den voll besetzten Versammlungsraum des Museums, als HGV-Vorsitzender Ludwig Jung den dicken Wälzer präsentierte. 1375 Seiten stark geworden ist das Familienbuch, in dem nun erstmals über einen Zeitraum von 300 Jahren die Daten von über 4000 Familien und mehr als 15 000 Einzelpersonen zusammengetragen wurden.
20 Jahre und länger haben Mitglieder des HGV in mühevoller Kleinarbeit Handschriften in alten Kirchenbüchern entziffert und die Daten geduldig in den Computer übertragen, aber auch Quellen wie die Riedstadt-Nachrichten, Grabsteine auf dem Leeheimer Friedhof sowie für die Zeit von 1870 bis 1900 auch Unterlagen des Standesamts genutzt.
Ludwig Jung erinnerte daran, dass der HGV im Jahr 1990 unter dem damaligen Vorsitzenden Heinrich Bonn beschlossen hatte, mit der Leeheimer Familienforschung zu beginnen. Grundstock waren mehr als 4500 Datensätze, die Heinrich Bonn aus der Recherche über seine eigene Familie dem Verein übergab. Dafür erhielt der Ehrenvorsitzende am Freitag das erste Exemplar des Familienbuches. Das zweite ging an Pfarrer Jürgen Bode als Dank dafür, dass dem Verein 1998 die alten Kirchenbücher in Form von Mikrofilmen mit dem dazu notwendigen Lesegerät zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem versprach Jung, der Kirchengemeinde das Computerprogramm mit sämtlichen aus den Kirchenbüchern eingelesenen Daten zu überlassen.

Wurden zunächst aus den alten Kirchenbüchern ab 1611 lediglich Name und Geburts- oder Sterbedaten gelesen, begann ab dem Jahr 2000 Wolfgang Siebert damit, alle lesbaren Daten Wort für Wort in den Rechner zu übernehmen. Für die viele Zeit, die er mit dem Lesen der handschriftlichen Einträge von 25 Pfarrern verbracht hatte, erhielt er Buch Nummer drei. Zum Ausgleich für „diese großartige, aber staubtrockene Freizeitbeschäftigung“, wie Jung anmerkte, gab es dazu einen Gutschein vom Hauswinzer des Vereins.
Buch und Gutschein erhielt auch Armin Winter, der vor allem die Verknüpfung von Einzelpersonen zu Familien herstellte. Eine knifflige Angelegenheit, betonte Jung. Musste Winter doch die Familiendaten aus Geburts-, Heirats- und Sterbebüchern zusammensuchen. Bei Familien mit mehr als zehn Kindern „muss man schon einmal im Sterbebuch nachschauen, ob die Elisabeth des Johannes Dörr nicht schon verstorben ist und das Kind von einer weiteren Elisabeth, die er ein halbes Jahr nach dem Tod der ersten Elisabeth wieder geheiratet hat, stammt.“
Nach Änderungen im Datenschutzgesetz konnte ab 2009 mit Daten aus dem Standesamt Riedstadt die Lücke zwischen dem Ende der Kirchenbücher 1875 und 1900 geschlossen werden. Dafür gab es Buch Nummer fünf für Bürgermeister Werner Amend. „Wer so ein dickes Buch macht, hat viele Mitarbeiter“, stellte der Vereinsvorsitzende fest und verteilte weitere Bücher als Dank an Helmut Kleinböhl, Hans Moldaner, Rainer Prokesch und Gisela Lauenrot.
Mit welchen Problemen die Familienforscher kämpfen mussten, belegte Jung mit einem Zitat aus einem Kirchenbucheintrag: „... dem Pfarrer Pfifferling bei 15 Jahren nichts in dieses Kirchenbuch gezeichnet, so hat man wen hie und da auf Zettel gefunden und noch eintragen müssen, bleibt aber noch vieles außen bis den 2. Juni 1699.“ Aber es gab auch fleißige Seelsorger, wie Pfarrer Jürgen Bode gewitzt anmerkte. Die schrieben neben den Daten auch noch besondere Vorkommnisse nieder. Wie das von der Magd, die ihre Schwangerschaft nicht zugeben wollte und auf der Fahrt nach Stockstadt in Höhe der Erfelder Ziegelei am Flussufer mit einem Jungen niederkam. Der wurde wegen der Nähe zum Rhein auf den Namen Reinhardt getauft.

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20. Dezember 2011  | üle

Im Glanz der Lichter und Posaunen

Advent – Beim Leeheimer Konzert im Kerzenschein ist die evangelische Kirche voll besetzt – Orgel als Soloinstrument

Der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Benjamin Scholian eröffnete am Samstagabend das Weihnachtskonzert im Kerzenschein in der evangelischen Kirche Leeheim.  Foto: Robert Heiler

| Vergrößern | Der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Benjamin Scholian eröffnete am Samstagabend das Weihnachtskonzert im Kerzenschein in der evangelischen Kirche Leeheim. Foto: Robert Heiler

LEEHEIM. 


„Die Chöre haben gesagt: Ja, wir musizieren auch in diesem Jahr wieder zusammen“, verkündete Pfarrer Jürgen Bode. Die Vertreter der Chöre hätten sich in der Vorbesprechung auch über die Verwendung der Kollekte geeinigt. Das Geld wird für die Sanierung der Leeheimer Orgel verwendet und für das Grace Children’s Hospital in Haiti, ein Projekt der Christoffel Blindenmission.
Ein „Festlicher Marsch“ von Richard Roblee begrüßte die Gemeinde, gespielt vom Evangelischen Posaunenchor unter Leitung von Benjamin Scholian. Die Posaunen begleiteten auch den Gesang der Gemeinde und verliehen den traditionellen Advents- und Weihnachtsliedern – „Herbei, oh ihr Gläubigen“ und „Lobt Gott, ihr Christen, alle gleich“ eine besondere Stimmung.
Die Orgel war an diesem Abend als Soloinstrument zu hören, meisterhaft gespielt von Wilhelm Rühl. „Unsere Orgel hat 1016 Orgelpfeifen – im Sommer wurden sie alle geöffnet und saniert“, erklärte Pfarrer Bode. Doch es fehlen noch etwa 16 000 Euro für die Sanierungskosten, informierte das Programmblatt für diesen Abend.
Weniger bekannte Melodien hatte sich der Gesangverein 1853 unter Leitung von Katja Kamuff vorgenommen. Zu „Ach wann kommt die Zeit heran“ von Franz Biebl erläuterte Bode, das Lied spreche von der Sehnsucht nach der Ankunft des Retters, auf den die Menschen all ihre Hoffnungen und Erwartungen setzten. Und Dieter Müller sang als Solist den „Christmas Song“ von Adolphe Adam. Der evangelische Frauenchor, ebenfalls von Katja Kamuff geleitet, versetzte mit zwei Liedern von Lorenz Maierhofer die Zuhörer zunächst in eine innige und feierliche Vorweihnachtsstimmung. Dann aber wechselten sie mit „Singen wir im Schein der Kerzen“ zur Beschreibung fröhlicher Geschäftigkeit.
Und damit war der Weg vorbereitet für die Stücke des Germania-Musikzugs. „All I Want for Christmas“, 1994 von Mariah Carey gesungen, hat nichts von seinem Charme eingebüßt. Damals fand sich das Weihnachtslied in den Top Ten gleich mehrerer Länder, an diesem Abend erfreute es die Leeheimer. Und wer den Trickfilm über Rudolph, das Rentier mit der roten Nase, kennt, der staunte über das Arrangement des Titelsongs. Da tauchte Rudolph nämlich mitten in einem bayerischen Blasorchester auf, um dann einen Abstecher an die Wolga zu machen und mit unüberhörbar russischem Klang einen Kasatschok zu tanzen. „Rudolph rund um die Welt“ war der Titel dieses Stücks, das die Zuhörer besonders begeisterte.
Und nachdem die musikalische Reise im englischen Sprachraum angekommen war, setzte der Gospelchor Leeheim unter der Leitung von Tom Müller weitere Glanzlichter mit „Open the eyes of my heart, Lord“ (Herr, öffne die Augen meines Herzen) und einem Medley moderner amerikanischer Weihnachtslieder. Auch mit dem deutschen Choral „Lobet den Herren“ in der typischen Vielstimmigkeit eines Gospelchors sang sich das Ensemble in die Herzen der Zuhörer.
Es war der Abend vor dem vierten Advent. Das Gleichnis vom Adventskranz mit vier brennenden Kerzen gefiel Theresia Petri vom Frauenchor so gut, dass sie es der Gemeinde vortrug. Da geht es um die Kerzen, die Frieden symbolisieren, Glauben und Liebe. Und alle drei erlöschen, da sie wegen Streitsucht und Egoismus der Menschen keine Chance mehr erkennen können. Ein kleines Mädchen sieht den fast erloschenen Kranz und fängt beinahe an zu weinen, wird aber von der letzten Kerze getröstet: „So lange ich brenne, können wir die anderen wieder anzünden. Ich heiße Hoffnung.“

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