Die Verwaltungsstelle in Geinsheim wird im kommenden Jahr während der
Vollsperrung der Landesstraße zwischen Trebur und Geinsheim an den
Nachmittagen besetzt sein. Das kündigte Bürgermeister Jürgen Arnold
(parteilos) am Mittwochabend in der gemeinsamen Sitzung aller drei
Ausschüsse an.
Die GLT hatte im Rahmen der Haushaltsberatungen beantragt, die Außenstelle
an dreieinhalb Tagen in der Woche zu besetzen. Nach der Auskunft des
Verwaltungschefs zog sie ihren Antrag aber zurück. Wermutstropfen: Wenn
die entsprechende Mitarbeiterin in Geinsheim ist, kann sie nicht
zeitgleich in Trebur sein. Wer einen entsprechenden Termin brauche, müsse
dann trotz der schwierigen Verkehrssituation nach Geinsheim kommen,
sagte Arnold.
Eine Sanierung des Riedwegs, die die FDP beantragt hatte, soll in
Zusammenarbeit mit dem Regionalpark erfolgen. Der Gemeindevorstand soll
in Verhandlungen darüber treten, ob Geld zu erwarten ist. Der aktuelle
Zustand sei schlimm, begründete Volker Cavelius für die Liberalen den
Antrag. „Keiner weiß, wo er hin soll. Keiner weiß, ob er rechts oder
links fahren soll.“ Alois Diel von der Verwaltung rechnete aus, dass
eine komplette Sanierung des Weges rund eine Million Euro kosten dürfte.
Cavelius kam das „ein bisschen viel“ vor. Victoria Scheler Eckstein
verwies auf den Regionalpark und warb darum, auszuloten, was gemeinsam
mit diesem machbar sei.
Genau das soll Bürgermeister Arnold jetzt machen – ausdrücklich mit
dem Auftrag, lediglich zu prüfen und nicht, um einen sofortigen Antrag
zu stellen. Denn, wie Arnold sagte: „Wenn wir den stellen und der
Regionalpark lehnt ab, dann ist das Projekt für immer gestorben.“
Ebenfalls sanieren lassen wollen die Liberalen den Feldweg von der
Landesstraße 3012 zum Oberwiesensee, außerdem soll geprüft werden, ob
ein Radweg zwischen Geinsheim und Leeheim machbar ist, da viele im
Sommer mit dem Rad an den Riedsee fahren und dort teilweise ziemlich
schnell gefahren wird, wie Ausschussvorsitzende Barbara Fuchs (GLT) aus
eigener Erfahrung festgestellt hat.
Der Antrag kommt von der CDU. Ihm verschließt sich die Verwaltung
nicht, zumal davon ausgegangen wird, dass einen solchen Radweg das Land
bezahlen würde. Geinsheim sei sowieso nicht allzu sehr betroffen, sagte
Arnold, da die Grenze zur Leeheimer Gemarkung „knapp 200 Meter hinter
dem Ortsschild“ liegt. Soll heißen: Sogar wenn die Kommunen etwas
dazu beitragen müssten, würde es für Trebur nicht allzu teuer.
Hans Wilhelm Girresch berichtete, dass es auch in Riedstadt-Leeheim
solche Überlegungen gäbe. Es mache Sinn, das Radwegenetz zu schließen,
fand auch Bürgermeister Arnold.
Das Thema sei schon einmal diskutiert worden, doch dann hätten sich die
Prioritäten verschoben. Zahlen müsse auf jeden Fall das Amt für Straßen-
und Verkehrswesen (ASV), das ja auch für den Radweg von Geinsheim aus
an den Kornsand aufkommen müsse. Dort seien die Planungen weit
vorangekommen, gebaut würde aber immer noch nicht.
Harald Frick (GLT) warnte in diesem Zusammenhang davor, zwei Radwege
gleichzeitig zu planen und zu provozieren, dass die Kommune Prioritäten
setzen müsse. Dies müsse sie sicher nicht, beruhigte Arnold.
Beim Weg zwischen Oberwiesensee und Landesstraße rechnete Alois Diel
von der Verwaltung aus, dass eine Sanierung 300 000 Euro koste.
Volker Cavelius (FDP) mochte das nicht glauben („Da baut man ja drei Häuser
von!“) und bot an, die genauen Bereiche, die saniert werden sollten,
noch einmal fotografisch nachzuliefern. Dies soll zeitnah geschehen.
Für den Haushalt 2012 sollen auch die Kiesabbauer in die Pflicht
genommen werden: Auf Antrag der CDU beschlossen die Ausschüsse, den Förderzins
für Kies und Sand im kommenden Jahr zu verdoppeln und dann pro Jahr um
weitere fünf Prozent zu steigern. Welche Summen erzielt werden können,
blieb offen.
Bürgermeister Arnold warnte davor, Vertragsinhalte in öffentlicher
Sitzung zu diskutieren. Jürgen Roos hatte für den Antragsteller CDU
etwas süffisant davon gesprochen, dass „damit ja auch ein bisschen
Planungssicherheit für die Abbauer verbunden ist“.
Bei dem Unions-Antrag spiele es ausdrücklich keine Rolle, ob gegen den
Kiesabbau geklagt werde oder nicht. Nach Angaben von Diel ist
vertraglich vereinbart, dass pro Jahr „mindestens 15 000 Euro“
an Zins gezahlt werden müssen.


