Solarpark auf den "Acht Morgen" aufgegeben - Bgm Kummer bricht Lanze für mehr Fotovoltaik - Laienspielgruppe zeigt „Kaiserschnitt im Paternoster“ - Jahreshauptversammlung Heimat- u. Geschichtsverein  Zurück zum Archiv ...

 Solarpark ohne Riedstadt

Ausschüsse: Planung An den acht Morgen wird aufgegeben – ÜWG baut nahe Golfplatz

hhh
16.4.2008

RIEDSTADT. Das Vorhaben, nordwestlich Leeheims mit Riedstädter Beteiligung den Solarpark zu gründen und Strom zu erzeugen, ist gestrichen worden; Hauptbetreiber wollten die Stadtwerke Mainz/ÜWG-Solar werden.

Während des Aufstellungsverfahrens zum Bebauungsplan „Auf den acht Morgen“ war deutlich geworden, dass eine Genehmigung wegen der Lage des Areals im Vogelschutzgebiet problematisch war, erläuterte Bürgermeister Gerald Kummer im Ausschuss Umwelt, Bauen und Verkehr die 180-Grad-Wendung. Dies sei für die Stadt der Grund gewesen, das Vorhaben nicht weiter zu verfolgen. Einen Alternativstandort habe man nicht gefunden.

Während der Planungsphase habe nun ein Leeheimer Landwirt die Solarpark-Idee aufgegriffen und mit dem ÜWG einen Pachtvertrag über 20 Jahre für eine rund 17 Hektar große Fläche zwischen dem Golfplatz und der Kreisstraße von Leeheim nach Dornheim abgeschlossen. Dort soll auf rund zwölf Hektar eine Solaranlage gebaut werden – jedoch ohne Riedstädter Beteiligung.

Das Parlament hat sich allerdings damit zu befassen, weil zuvor Planungsrecht geschaffen werden muss. Der Ausschuss stimmte dem Vorhaben zu; die Planungskosten zahlt der Betreiber. Die Grünen im Fachausschuss kritisierten das zu schnelle Einknicken des Regierungspräsidiums (RP): „Wir im Parlament haben uns sehr schwer getan mit den Einsprüchen; es hat zerrissene Hosen gegeben. Doch das RP macht es sich ganz leicht“, so Petra Schellhaas.

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Kummer bricht Lanze für mehr Fotovoltaik

Solarpark: Riedstadt-Parlament beschließt Bebauungsplan-Aufhebung und Aufstellung

Wulf-Ingo Gilbert
19.4.2008

RIEDSTADT. Züge einer Grundsatzdebatte über die örtliche Energie- und Landwirtschaftspolitik nahm am Donnerstagabend im Riedstadt-Parlament die Beratung über die Aufhebung des Bebauungsplans für den Solarpark Riedstadt „Auf den acht Morgen“ an. Wie berichtet wollte die Stadt Riedstadt ursprünglich gemeinsam mit den Stadtwerken Mainz und dem Groß-Gerauer Überlandwerk nordwestlich Leeheims im EU-Vogelschutzgebiet eine riesige Fotovoltaikanlage installieren. Das hatte zu erheblichen Protesten von Naturschützern geführt und war letztlich auch vom Darmstädter Regierungspräsidium abgelehnt worden. Darauf hin hat die Stadt nun einen Rückzieher gemacht.

Dennoch soll es in absehbarer Zeit bei Leeheim eine Groß-Fotovoltaikanlage geben. Denn inzwischen hat ein Leeheimer Landwirt die Solarpark-Idee aufgegriffen und mit dem Groß-Gerauer Überlandwerk einen Pachtvertrag für ein rund 17 Hektar großes Gelände zwischen dem Golfplatz Hof Hayna und der Kreisstraße 157 nach Dornheim abgeschlossen. Dort soll nun eine rund zwölf Hektar große Solaranlage entstehen – ohne Riedstädter Beteiligung.

Am Donnerstagabend billigten die Parlamentarier bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung die Aufhebung des Bebauungsplans „Auf den acht Morgen“ ebenso wie die Aufstellung der Bebauungspläne für den „Solarpark Riedstadt – Am Golfsplatz“ und den „Solarpark Riedstadt – Am Schützenhof“. Auch das notwendige Abweichungsverfahren vom Regionalplan wurde eingeleitet. Die künftige Solaranlage soll eine Spitzenleistung 3,444 Kilowatt haben und einen jährlichen Ausstoß von 1028 Tonnen Kohlendioxid vermeiden.

„Eine Bemerkung des Bürgermeisters im Bauausschuss war für mich erschreckend“, leitete CDU-Sprecher Wilhelm Wald („das ist die dritte oder gar vierte Sitzung zu dem Thema“) die vorausgehende rund zwanzigminütige Debatte ein, wobei er Zustimmung zur Magistratsvorlage signalisierte. Was Wald erschreckte, war Kummers Aussage, dass es eigentlich für jeden Stadtteil eine solche Anlage geben müsse. Mit Blick darauf, dass in Kummers Amtszeit rund 200 Hektar Fläche unter anderem für Kiesabbau, Wohnen, Gewerbe, Ausgleichsfläche oder Stromtalwiesenprogramm aus der Lebensmittelproduktion genommen worden seien, stellte der Leeheimer CDU-Politiker fest: „Wir werden keine Zustimmung zu weiteren Fotovoltaikanlagen in der Fläche geben.“ Das sei angesichts der steigenden Preise bei Lebensmitteln nicht zu vertreten. Auch gebe es genügend geeignete Dachflächen in den Stadtteilen.

Das brachte ihm den Vorwurf von Mathias Thurn (SPD) ein, bei seiner Betrachtung zu vernachlässigen, dass von der Landwirtschaft mittlerweile erhebliche Flächen genutzt würden, um Energiepflanzen statt Lebensmittel zu produzieren.

Als „Meilenstein in der Umweltpolitik“ bezeichnete Bürgermeister Gerald Kummer (SPD) die künftige Fotovoltaikanlage und bemühte sich in seinem Vortrag mit Blick auf Walds Ausführungen, eine Lanze für weitere solche Anlagen zu brechen. Denn um ein Megawatt elektrische Leistung zu produzieren, benötige ein Biomassekraftwerk hundert Mal so viel Anbaufläche wie eine gleichstarke Fotovoltaikanlage. Vor diesem Hintergrund solle man sich in Riedstadt auf Solarstrom konzentrieren, aber auch die Geothermie nicht vergessen, meinte Kummer.

Zudem – widersprach der Bürgermeister – sei die Fotovoltaikfläche der Landwirtschaft nicht entzogen, sondern diene als Grünland der Futtermittelproduktion oder als Schafweide. Darüber hinaus sei der Betrieb auf 20 Jahre befristet, nach denen für den Betreiber eine Rückbauverpflichtung bestehe. Diese Zeit könne genutzt werden, die technische Entwicklung auf dem Energiesektor voranzutreiben und intelligentere Energieerzeugungsmöglichkeiten zu finden.

„In Leeheim gibt es keine Stilllegungsflächen mehr“, erfuhr Kummer von Wilhelm Wald auf die Frage nach dem Umfang der in Riedstadt existierenden, aus EU-Stilllegungsprogrammen resultierenden Brachflächen. Wald: „Alle werden für nachwachsende Rohstoffe genutzt“.

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Chaos im Krankenhaus

Probenbesuch: Leeheimer Laienspielgruppe zeigt „Kaiserschnitt im Paternoster“ am Freitag (25.) und Samstag (26.)

csi
22.4.2008

LEEHEIM. Es gibt schlimmere Regie-Anweisungen als jene, die Hobby-Schauspieler Werner Wiesenecker derzeit häufig zu hören bekommt: „Schmidt – ab ins Bett.“ Im neuen Stück der Leeheimer Laienspielgruppe nämlich spielt er einen Asthmatiker, der in einer Klinik „behandelt“ wird. Die Zustände in dieser Klinik könnten jedoch schlimmer nicht sein. Unfähige Ärzte, überlastete Schwestern und ein rigider Sparkurs der Mutter Oberin Rabiata (Sylvia Kohnhäuser) sorgen für äußerst chaotische Verhältnisse.

Seit Dezember probt die Gruppe für die Klinik-Klamotte mit dem Titel „Kaiserschnitt im Paternoster“ – und hat sichtlich Spaß dabei. Wenn zum Beispiel die Szene, in der Dr. Karloff (Jochen Heddäus) dem Chefarzt ans Bein tritt, mehrere Male geprobt werden muss, freut das die Darsteller ungemein – mit Ausnahme von Jörg Veith, der den Chefarzt spielt. Für Amüsement sorgt auch Frau Raupert (Melanie Kind), die den Asthmatiker Schmidt in seinem Bett sehr beherzt aus dem Weg und dabei krachend an die Wand schiebt – „pass auf, die Bühne bricht zusammen“, tönte es da lachend von ihren Kollegen.

Das wäre nicht zuletzt deshalb besonders schade, weil die Darsteller das Bühnenbild in liebevoller Detailarbeit zusammengestellt und aufgebaut haben. Auch einige Leihgaben des Philippshospitals wurden dabei verwendet, wie Vorsitzender Jochen Heddäus erzählt. Für die Kostüme griff man auf Bestände von früheren Aufführungen zurück und durchstöberte die Kleiderschränke von Familie und Freunden.

Die heiße Phase der Proben habe erst vor kurzem begonnen, so Heddäus. Bis zur Premiere werde man künftig zwei bis drei Mal pro Woche üben. „Auch wenn bis kurz vor der Aufführung meist irgend etwas schief geht, wenn wir auf der Bühne stehen, klappt es immer wie am Schnürchen“, meint er. Der Erfolg gibt ihm recht. Beinahe 30 Jahre gibt es die Leeheimer Laienspielgruppe nun schon, ihre Vorstellungen sind immer gut besucht. In den vergangenen Jahren sei das Publikum stetig gewachsen. „Das zeigt, dass wir nicht alles falsch machen“, so die bescheidene Einschätzung des Hobby-Mimen.

Auch in diesem Jahr können sich die Zuschauer wieder auf einen unterhaltsamen Abend freuen, bei dem der Besuch des Ministerpräsidenten in der Chaos-Klinik für einige Turbulenzen sorgt.

Das Stück ist am Freitag (25.) und Samstag (26.) um 20 Uhr in der Sport- und Kulturhalle in Leeheim zu sehen. Karten gibt es beim Kiosk Massag sowie bei der Volksbank in Leeheim.

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68 Veranstaltungen organisiert

Hauptversammlung: Heimat- und Geschichtsverein bestätigt Vorstand im Amt

nag
30.4.2008

LEEHEIM. Dankbar äußerte sich Vorsitzender Ludwig Jung bei der Hauptversammlung des Heimat- und Geschichtsverein Leeheim gegenüber dem Werkstatt-Team. „Es hat das Bild unseres Museums innen und außen positiv verändert“.

Die größte Aufgabe, so Jung, sei im vergangenen Jahr der Ausbau eines Raums zu einer Küche wie in Großmutters Zeiten gewesen. Das Fachwerk wurde an einer Wand als Schaufachwerk gestaltet, so dass Besucher sehen können, wie es aufgebaut ist. Der Herd ist funktionstüchtig, um nun zeigen zu können, wie früher gekocht und geheizt wurde. Mehrere Tage war das Werkstatt-Personal im Einsatz, um den Festwagen des FC Germania aufzubauen.

Gudrun und Hans Moldaner, Raingard Wiesenäcker sowie Gabi Willius sind im Vereinsbüro laut Jung ein eingespieltes Team. Die ersten 1000 Exponate haben sie katalogisiert, und fast jeden Montag werden Stücke beschriftet und fotografiert. Für das Gemeinde- und Vereinsarchiv sollen neue Schränke angeschafft werden, damit Heinrich Bonn die Aktenordnung, die durch den Umzug der Archive etwas durcheinander gekommen sei, wieder herstellen kann.

Der Verein kann auf viele erfolgreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr zurückblicken. Angefangen beim sogenannten „Babbelmittag“, der helfen soll, die Datensammlung von Heinrich Bonn zur Ortschronik zu ergänzten. Dazu fehle noch jemand, der alles ordnet, bebildert und druckfertig macht.

Eine weitere erfolgreiche Veranstaltung war das Schlachtessen. Ebenso wurde im Juli im Rahmen des Museumsfestes die Sonderausstellung „Leeheim im Spiegel seiner Bodenfunde“ eröffnet. Mit Unterstützung der evangelischen Kirchengemeinde, dem Posaunen- und Frauenchor und dem Gesangverein war dieses Fest und auch sein Festgottesdienst gut besucht. Besonders hob der Vorsitzende das Kelterfest hervor. Weiter folgten die traditionellen Veranstaltungen wie der Stand auf dem Weihnachtsmarkt, das Obstbaumbinden und der Silvesterrundgang, der dieses Jahr zum Neujahrsloch führte, das 125 Jahre alt wurde. Alles in allem hatte der Verein 68 Veranstaltungen organisiert. Stolz zeigte sich der Verein über die rund 1300 Besuchern, die 2007 das Museum besichtigten.

Bei den anschließenden Wahlen wurden Ludwig Jung (Vorsitzender) und Wolfgang Grimm (Stellvertreter) in ihren Ämtern bestätigt. Schriftführerin bleibt Eva Schween, ihre Stellvertreterin Raingard Wiesenäcker. Ingrid Schorsch ist weiterhin Rechnerin zusammen mit Stellvertreterin Angelika Jung. Die Mitgliederverwaltung übernimmt auf Gudrun Moldaner.

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