Jahreshauptversammlung DLRG - Jahreshauptversammlung Heimat- und Geschichtsverein - Antauchen am Riedsee - Wasserknappheit im Ried
08. April 2011  |  e

Weiter mit Gerald Lohr

Hauptversammlung: DLRG-Ortsgruppe Leeheim wählt Vorstand und zieht Jahresbilanz

LEEHEIM. 

Die Ehrenmitgliedschaft hat Gerald Lohr (links) bei der Jahresversammlung der DLRG Leeheim an Hubert Carl verliehen. Foto:privat

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Die Ehrenmitgliedschaft hat Gerald Lohr (links) bei der Jahresversammlung der DLRG Leeheim an Hubert Carl verliehen. Foto:privat


Gerald Lohr ließ keinen Zweifel daran, dass er motiviert ist: „Nur wer selbst brennt, kann Feuer entfachen“, sagte kürzlich der Vorsitzende der DLRG-Ortsgruppe Leeheim in der Jahresversammlung. In der DLRG-Station am Riedsee erklärte er zum Abschluss seines Berichts, in dem er die Arbeit der Mitglieder würdigte, erneut als Vorsitzender kandidieren zu wollen. Und so wurde Lohr für weitere drei Jahre gewählt.
Außer ihm besteht der Vorstand aus stellvertretender Vorsitzender Silke Wiesenäcker, Schatzmeister Jochen Dill, seinem Stellvertreter Marco Müller, den Technischen Leitern Torsten Wiesenäcker (Ausbildung), Rolf Dörr (Einsatz), Tobias Müller (Technik), Thomas Krüger (Wasserrettungsdienst), Yves Doat (Schwimmbad), Schriftführer Peter Mehring, Stationswart Dennis Karpowski, Jugendwartin Ines Prokesch und Beisitzer Jochen Lohr. Wie Schatzmeister Dill berichtete, zählt der Verein erstmals mehr als 600 Mitglieder.
„Ein wichtiger Schlüssel für erfolgreiche Vereinsarbeit ist unsere Jugend“, erklärte Pressewart Matthias F. Hrobarsch. Jugendwartin Nina Prokesch berichtete über Bastelnachmittage, Ausflüge, Pizzabacken und anderen gesellige Aktionen. „Mit diesem abwechslungsreichen Angebot wird unsere Jugend für die Arbeit in und mit der DLRG begeistert“, so Hrobarsch.
Dem Antrag des Vorstands, Hubert Carl zum Ehrenmitglied zu ernennen, stimmte die Versammlung einmütig zu. Carl zählt zu den Gründungsmitgliedern der DLRG-Ortsgruppe. Geehrt wurden zudem langjährige Mitglieder, darunter Petra Prokesch, die dem Verein seit 40 Jahren angehört. Dafür wurde sie mit dem DLRG-Mitgliedsehrenabzeichen in Silber mit goldenem Eichenrand ausgezeichnet.

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14. April 2011  |  e

Mittlerweile 14 500 Personen erfasst

Rückblick: Bei der Bilanz des Geschichtsvereins Leeheim gibt es viel Lob für die Mitglieder, die sich ums Museum kümmern

LEEHEIM. 


Einen positiven Rückblick auf das im vergangenen Jahr gab der Vorsitzende des Heimat- und Geschichtsvereins (HGV), Ludwig Jung, in der Jahresversammlung. Erfreulich sei auch der auf 451 angewachsene Mitgliederstand.
In seinem Rechenschaftsbericht hob Jung vor allem das unerschütterliche Engagement des Werkstatt-Teams hervor. Unter der Regie von Hans Moldaner seien im Vorjahr die oberen Museumsräume umgebaut, die Handwerker-Werkstätten fertiggestellt und der gesamte landwirtschaftliche Bereich neu gegliedert worden. Neben den immer wiederkehrenden Aufgaben hätten die Restarbeiten an der Tierausstellung das Aufgabenpensum vervollständigt.
Auch die Mitglieder, die sich um die Inventarisierung kümmern, seien ein gutes Stück vorangekommen. Allerdings könnte das Team für die Katalogisierung der mehr als 20 000 Exponate noch Verstärkung gebrauchen. Die mittlerweile auf 10 450 Datensätze angewachsene Bilderdatenbank biete auch die Möglichkeit, Bilder und Dokumente aus der Vereinsarbeit aufzunehmen. Auch für diese Arbeit gebe es noch einen freien Arbeitsplatz im Vereinsbüro.
Rund 14 500 Personen und mehr als 4400 Familien haben Armin Winter und Wolfgang Siebert, unterstützt von Rainer Prokesch, in der vom Ehrenvorsitzenden Heinrich Bonn vor rund zehn Jahren begonnenen Familienforschung im PC erfasst. Die Daten stammen aus den Kirchenbüchern und vom Standesamt Riedstadt. Der HGV bringe sie noch in diesem Jahr als Familienbuch heraus.
In seinem Rückblick wies Jung auf den großen Arbeitsaufwand hin, den Mitstreiter auch in Bereichen wie Rechnungswesen, Aktualisieren der Vereinsdateien, Reinigung und sonstigen Hilfeleistungen bewältigten. Und auch Vorstand und Helfer widmeten einen großen Teil ihrer Freizeit dem Verein. Zur Erledigung der vielseitigen Aufgaben seien weitere Mitstreiter immer willkommen. Besonders betonte der Vorsitzende die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Riedstadt, wo er für Vereinsanliegen stets ein offenes Ohr finde. Anzumerken sei auch, dass der Verein trotz unabwendbarer Ausgaben für Museum und Verwaltung finanziell auf gesunden Beinen stehe.
Die 2010 angebotenen Veranstaltungen hätten mit rund 1200 Museumsbesuchern wieder großen Anklang gefunden, berichtete Ludwig Jung.
Der für den Eintrag des Vereins beim Amtsgericht erforderlichen Satzungsänderung stimmte die Versammlung zu.
Jung wies zudem auf kommende Veranstaltungen im Heimatmuseum hin. Am 7. Mai (Freitag) steht eine Weinprobe mit dem Hauswinzer Harald Frieß aus Harxheim auf dem Programm. Am Internationalen Museumstag (15. Mai) wird die Ausstellung „Tiere in Wald und Feld“ eröffnet und die neu gestaltete Schau mit landwirtschaftlichen Geräten vorgestellt. Das Museumsfest ist am 17. Juni vorgesehen, und der Tagesausflug nach Butzbach, auf die Ronneburg und nach Büdingen wird aus organisatorischen Gründen vom 7. auf den 14. August verschoben. Der Museumstag am 24. September ist dann dem Thema „100 Jahre elektrisches Licht in Leeheim“ gewidmet.

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26. April 2011  |  sös

Nasse Suche nach bunten Eiern

Antauchen: Die Leeheimer DLRG veranstaltet zu Ostern am Riedsee einen ganz besonderen Wettbewerb – Dennis Karpowski und Daniel König sind dabei am erfolgreichsten

LEEHEIM. 

Feuchte Ostereiersuche: Mit der Suche nach bunten Eiern im Riedsee eröffneten die Taucher der DLRG Leeheim die Saison. Peter Sieper-Täubl  (Zweiter von links) und Andreas Hummel tauchten im Team. Nach dem Tauchgang wurden die gefundenen Eier gezählt. Rechts im Bild Barbara Karpowski und links Ferry Schouwenburg. Foto: Robert Heiler

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Feuchte Ostereiersuche: Mit der Suche nach bunten Eiern im Riedsee eröffneten die Taucher der DLRG Leeheim die Saison. Peter Sieper-Täubl (Zweiter von links) und Andreas Hummel tauchten im Team. Nach dem Tauchgang wurden die gefundenen Eier gezählt. Rechts im Bild Barbara Karpowski und links Ferry Schouwenburg. Foto: Robert Heiler


Das durchschnittliche deutsche Osterei wird im heimischen Garten versteckt, meistens im hohen Gras oder an leicht zugänglichen Stellen. Also überall dort, wo Kinder die bunt bemalten Eier leicht finden können.
Beim traditionellen Ostertauchen am Karfreitag hatten es die Mitglieder des DLRG Leeheim allerdings ungleich schwerer. 64 bunte Eier waren mit Gewichten beschwert, rund um den DLRG-Bootsteg im Riedsee versteckt worden. Diese mussten von den fünf Mannschaften gefunden werden, die sich zu der Veranstaltung zusammengefunden hatten. In Zweiergruppen aufgeteilt, hatten sie eine halbe Stunde Zeit, nach den Eiern zu suchen. Bonuspunkte waren ein Hahn und eine Henne, die ebenfalls im See versteckt worden waren.
Der Technische Leiter Ausbildung Torsten Wiesenäcker berichtete auf ECHO-Nachfrage, dass das Ostertauchen der erste gemeinsame Tauchgang der DLRG in diesem Jahr ist. Die Teams bestehen bei diesem Antauchen ausschließlich aus Mitgliedern der OrtsgruppeLeeheim.
Nachdem alle Gruppen ihre Suche beendet hatten, ging es an die Eierauszählung, die Barbara Karpowski übernahm. Im Anschluss wurden die Platzierungen verkündet. Den dritten Platz belegten dabei Gaston Wolfston und Jürgen Reitz, Zweitplatzierte waren Andreas Hummel und Peter Sieper-Täubl. Der erste Platz ging an das Duo Dennis Karpowski und Daniel König. Neben den Siegerteams erhielten alle am Ostertauchen teilnehmenden Mannschaften ein kleines Präsent sowie eine Urkunde.

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27. April 2011  | Von Dirk Winter

Ohne Wasser kein Wachstum

Landwirtschaft: Im Ried fällt zu wenig Niederschlag – Die meisten Felder müssen bereits regelmäßig beregnet werden

RIED. 

Ausnahmefall: In Senken stehen aufgrund hoher Grundwasserpegel Äcker unter Wasser, so wie hier südlich von Klein-Rohrheim.

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Ausnahmefall: In Senken stehen aufgrund hoher Grundwasserpegel Äcker unter Wasser, so wie hier südlich von Klein-Rohrheim.




Wenn Werner Wald in diesen Tagen und Wochen auf dem Acker arbeitet, achtet er tunlichst darauf, dass ihm sein Ehering nicht herunterfällt. „Der wäre sofort weg“, sagt der Kreislandwirt aus Leeheim. Staubtrocken, wie ein Teil der Felder zurzeit ist, würden kleine Gegenstände wie Schmuck oder Münzen einfach vom Boden verschluckt. Dies gelte vor allem für sandige Böden, die Wasser weniger gut speichern können als lehmiger Untergrund.
Der Deutsche Wetterdienst hat einen extrem trockenen März registriert. In fast ganz Deutschland habe es weniger Niederschläge als in der Referenzperiode 1961 bis 1990 gegeben. Auf 76 Prozent der Fläche sei weniger als die Hälfte der normalen Niederschlagsmenge gefallen – teilweise nicht mal zehn Liter pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Die durchschnittliche monatliche Niederschlagsmenge in der Rhein-Main-Region beträgt rund 56 Liter pro Quadratmeter.
Die Trockenheit hat sich im April fortgesetzt. Aber ohne Wasser kein Wachstum. Also behelfen sich die Landwirte, indem sie die Felder laufend beregnen. Besonders viel Feuchtigkeit brauche jetzt das Getreide, weil es sich in der Wachstumsphase befinde, erklärt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Groß-Gerau, Gerhard Jung aus Allmendfeld. Auch einige Sonderkulturen, die erntereif seien, müssten stark beregnet werden. Als Beispiel nennt er den Rhabarber, über dessen große Blätter viel Wasser verdunste.

Beregnung ist derzeit in der Landwirtschaft angesagt – nicht nur auf Riedstädter Gemarkung zwischen Stockstadt und Philippshospital. Vor allem junges Getreide braucht mehr Feuchtigkeit, als ein gelegentlicher Schauer bieten kann. Fotos: Robert Heiler

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Beregnung ist derzeit in der Landwirtschaft angesagt – nicht nur auf Riedstädter Gemarkung zwischen Stockstadt und Philippshospital. Vor allem junges Getreide braucht mehr Feuchtigkeit, als ein gelegentlicher Schauer bieten kann. Fotos: Robert Heiler

Werner Wald hofft, dass sich die Kulturen mittlerweile auf die Situation eingestellt haben, denn die Trockenheit dauere ja seit längerem an. „Das Wurzelwachstum ist meiner Meinung nach in Ordnung“, sagt der Kreislandwirt. Problematisch sei aber die Nährstoffversorgung der Pflanzen. Denn der Mangel an Niederschlagswasser habe zur Folge, dass kaum Nährstoffe im Boden gelöst würden.
Und doch stehen manche Felder immer noch unter Wasser. Dieses Phänomen erklärt Wald mit den Nachwirkungen der beiden vergangenen, sehr regenreichen Jahre. Nach wie vor seien deshalb die Grundwasserpegel hoch. Zumal die in vielen Böden im Ried vorkommende Kalkschicht, das sogenannte Rheinweiß, für eine erschwerte Wasserdurchlässigkeit sorge. In Bodensenken wie den einstigen Flussschleifen, wo bis vor 2000 Jahren der Neckar durchs Ried mäanderte, bilden sich deshalb Wasserlachen. Schon einige hundert Meter weiter, wenn das Gelände wieder ansteigt, kann der Boden ausgedörrt sein.
Sechs Beregnungsmaschinen haben Werner Wald und sein Leeheimer Berufskollege Karl-Heinrich Kraft, die eine Maschinengemeinschaft bilden, zurzeit im Dauereinsatz. Eine dieser Anlagen ist an die landwirtschaftliche Ringleitung in Dornheim angeschlossen, die aus Grundwasserbrunnen gespeist wird. Durch die anderen fünf Beregnungsanlagen fließt Grundwasser, das die beiden Landwirte mit dieselbetriebenen Aggregaten an die Oberfläche pumpen. Mehr als 8000 Liter Dieselkraftstoff verbrauchen Kraft und Wald jetzt Woche für Woche, berichtet der Kreislandwirt weiter. Ein Aufwand, der die Anbaukosten in die Höhe treibt. Hält die Dürre weitere vier Wochen an, schätzt Wald, wird die Produktion zum Minusgeschäft.

Bei Gerhard Jung sieht es ähnlich aus. Der Allmendfelder ist dabei, Getreidefelder teils schon zum zweiten Mal zu beregnen. „Aber eigentlich sind im Moment alle Kulturen beregnungsbedürftig“, sagt der Vorsitzende des Kreisbauernverbands. Es gehe jetzt darum, die Kulturen zu erhalten. Dies in der Hoffnung, „dass es möglichst bald wieder anfängt zu regnen“. Aber nicht nur in gelegentlichen Schauern, sondern kräftig und ausdauernd.
Gernsheim, Allmendfeld und Teile von Biebesheim und Stockstadt seien an die landwirtschaftliche Ringleitung angeschlossen, die mit aufbereitetem Rheinwasser aus dem Biebesheimer Wasserwerk (Betreiber ist der Wasserverband Hessisches Ried) gespeist werde, erläutert Jung. Die Alternative dazu seien Diesel- oder Elektropumpen.
„Die Trockenheit wird noch riesen Auswirkungen haben“, meint Werner Wald: „Mit den Preisen an den Getreidebörsen geht es steil bergauf.“ Aber nicht nur beim Getreide kämen teure Zeiten auf die Verbraucher zu, sondern in besonderem Maße auch beim Zucker: Eine extreme Knappheit sei aktuell auf dem Zuckermarkt feststellbar – nicht allein in Deutschland. „Im gesamten osteuropäischen Raum sieht es auch knapp aus“, berichtet Wald und prophezeit, dass die Preise vieler Nahrungsmittel spätestens im Herbst in die Höhe schießen.
Wald vergleicht die derzeitige Trockenheit mit der von 1976, einem extremen Dürrejahr für die Landwirtschaft im Ried. „Das ist schon ein bisschen Angst erregend“, sagt er. Aber Bangemachen gilt nicht. Landwirte seien es gewohnt, von und mit der Natur zu leben und mit deren Schwankungen klarzukommen: „Da musst du als Betriebsleiter immer wieder einen Weg finden, deinen Betrieb am Leben zu halten.“

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